Idlib- Entgegen von Behauptungen der Türkei sind bisher keine Terroristen aus der entmilitarisierten Zone abgezogen

Am 10.Oktober verkündete das türkische Verteidigungsministerium in einer offiziellen Stellungnahme das die entmilitarisierte Zone um Idlib vollständig etabliert und sämtliche schweren Waffen abgezogen worden seien.

Diesen fadenscheinigen Angaben widersprechen etliche Medienberichte, die im Kontext aussagten das die in der Zone ansässigen Terroristen-Kollektive keine Anstalten machen würden abzuziehen, wie eigentlich laut der russisch-türkischen Vereinbarung vorgesehen war.

Die russische Nachrichtenagentur Sputnik verwies auf die Al-Watan Tageszeitung die Quellen zitierte die wiedergaben das die Militanten der Hayat Tahrir al-Sham nicht gewillt seien aus der entmilitarisierten Zone abzuziehen, da die Türkei keine Sicherheitsgarantien zugesichert habe, hieß es.

Die den bewaffneten Gruppierungen in Aleppo und Idlib nahestehenden Quellen äußerten gegenüber dem Blatt, das die HTS und weitere Kollektive, darunter die Islamische Turkestan Partei (TIP) und Horas al-Din, die entmilitarisierte Zone nicht verlassen würden, da sie von der Türkei keine hinreichenden Sicherheitsgarantien für ihre ausländischen Kämpfer erhalten haben sollen. Diesbezüglich hätten sie angemerkt das einigen ihrer ausländischen Söldner die Einreise in ihre Heimatländer verweigert worden sei.

Den Quellen zufolge habe es Ankara versäumt diese Garantien zuzusichern da es besorgt sei hinsichtlich der möglichen Flucht von ausländischen Söldnern in die Türkei, und der konsequenten Verschlechterung der dortigen Sicherheitslage.

Ferner sei die Türkei bezüglich einer möglichen direkten Konfrontation mit den radikalen Organisationen ziemlich beunruhigt, und soll dazu bereit sein das Ultimatum zum Abzug zu verlängern und mit den Terroristen-Kommandeuren in Verhandlung zu treten, so die Quellen.

Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) wies ebenfalls darauf hin das es keine Anzeichen dafür geben würde, das sich die besagten Terroristen-Fraktionen aus der Zone zurückziehen.

Laut Aktivisten der SOHR würden die Kämpfer der HTS & Co. ihre Stellungen halten und mittelgroße und individuelle Waffen aufstocken. Insbesondere die türkisch gestützte Nationale Befreiungsfront (NLF) habe in der Pufferzone ihre Ränge militärisch mit mittelgroßen Waffen und Kämpfern verstärkt, hieß es. Die Beobachtungsstelle hob mehrmals in dem Artikel hervor, das bisher keine Abzüge von geächteten Dschihadisten-Kollektiven zu vernehmen gewesen seien, obwohl das Ultimatum in zwei Tagen abläuft.

Im Norden von Latakia sehe es ebenfalls nicht so aus das die dortig stationierten Terroristen-Gruppierungen planen an der Vereinbarung zur Pufferzone festzuhalten, teilte das libanesische Nachrichtenportal Al-Masdar-News (AMN ) unter Verweis auf Sputnik mit.

Aus von Sputnik erhaltenen Videomaterial geht hervor, das die Dschihadisten der Islamischen Turkestan Partei (TIP) in der strategischen Stadt Kabbani weitere Schützengräben ausgehoben haben. Kabbani nimmt einen Teil der Pufferzone ein, die am 17 September in Sotschi beschlossen wurde. Nach AMN würden die Aktivitäten der TIP nahelegen, das die Gruppierung nicht beabsichtige das Gebiet zu verlassen.

Wahrscheinlich veranlasste die Aussicht auf das mögliche Scheitern der entmilitarisierten Zone den russischen Außenminister, Sergei Lavrov, dazu gegenüber diversen Medien verlauten zu lassen, das die Idlib-Vereinbarung temporären Charakter habe.

“Tatsächlich ist es ein temporäres Abkommen. Das Ende der Geschichte ist das einzig und alleine das syrische Volk die Kontrolle über sein Land zurückgewinnen wird, und alle diejenigen die sich in Syrien befinden, insbesondere die die nicht eingeladen wurden, werden Syrien verlassen, Dies ist eindeutig für alle, “ so Lavrov gegenüber RT France, Paris Match und Le-Figaro.

Seit dem Bekanntwerden des Entschlusses zur entmilitarisierten Zone wiesen kritische Stimmen auf die zu komplexe Umsetzung des Plans hin, der beinhaltet das innerhalb eines Monats alle Terroristen-Fraktionen samt ihren schweren Waffen abgezogen sein sollen.

Wie sich nun herausstellt tritt genau das ein was mit der Lage vertraute Beobachter und Journalisten prophezeiten. Die Hayat Tahrir al-Sham (HTS, Al-Nusra) und diverse Terroristen-Fraktionen weigern sich aus der besagten Zone abzuziehen.

Die Aussage des russischen Außenministers bezüglich der illegalen Präsenz von unwillkommenen Staaten, ist auch an die Türkei gerichtet gewesen. Ankaras Ambitionen in Syrien decken sich nicht im geringsten mit der russischen Agenda, die vorsieht das die syrische Regierung ihr gesamtes Hoheitsgebiet zurückerobert.

Die von Putin und Erdogan aus dem Boden gestampfte Vereinbarung lag mehr im Interesse der Türkei, die sich dadurch erhofft das eine Situation in Idlib geschaffen wird aus der sich eine Annektierung der besetzten Gebiete ergibt.

Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, hat jüngst angemerkt das die Türkei gedenkt erst nach den nächsten syrischen Präsidentschaftswahlen aus Syrien abzuziehen, und auch nur wenn der Ausgang nach ihrem Gusto ist sprich der amtierende Präsident Baschar al-Assad abtritt.

Da neun von zehn Syrern gleich Morgen Assad ihre Stimmen geben würden, ist Erdogans Aussage dahingehend zu werten das sich die Türkei für einen unbestimmten Aufenthalt einrichtet.

Ergo ist nicht viel zu erwarten von den gemeinsamen Projekten in Idlib und darüber hinaus. Die geplante Einverleibung Idlibs und weiterer nordwestlicher Landesteile, wird in zeitnaher Zukunft die noch gemeinsamen Tänze der Türkei und Russland schleunigst beenden.

Wie Lavrov es ausdrückte werden alle “nicht willkommenen Staaten Syrien verlassen”. Womit Ankara nach bisherigem Kenntnisstand nicht einverstanden ist. Die Stunde null hat geschlagen. Ankara muß Taten folgen lassen, ansonsten wird Russland Druck ausüben und die ohnehin unvermeidliche und unabdingliche Militäroperation zur Befreiung Idlibs einleiten.

Ohne militärische Konfrontation wird der Terrorismus aus Syrien nicht verschwinden. Die Türkei wird um eine Offensive in Idlib nicht herumkommen, und hat sich keinen Gefallen getan mit der medial und politisch verbreiteten Hysterie, die bewirkte das die syrische Armee in ihrem eigenen Land davon abgehalten wurde internationale Terroristen auszulöschen.

Wie aus dem oben zitierten Sputnik Artikel hervorgeht soll laut einer Quelle die Türkei erheblich abgeneigt sein gegen die Terroristen-Kollektive in Idlib vorzugehen und will aufgrund dessen angeblich Zeit schinden. Bis spätestens zum 20.Oktober soll die entmilitarisierte Zone Realität sein, was bisher in Anbetracht der Situation eher unwahrscheinlich.

Verf.R.R.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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