Die USA und der Westen vermeiden es Terrorismus im Iran zu verurteilen

Der US-Präsident, Donald Trump, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Anlass genommen um abermals die islamische Republik Iran als Wurzel allen Übels zu porträtieren, und Vorwürfe zu erheben die sich schwer mit der Realität decken lassen.

Gleich zu Beginn seiner Eröffnungsansprache von der globalen Audienz auf den Arm genommen, lieferte er anschließend einen Wortschwall ab, dessen Inhalt sich kaum von den übrigen Ergüssen Trumps unterscheiden.

Neben dem üblichen America first Geschwafel und der Liebesbekundung an das US-Militär, hatte Trump außer Konfrontation nichts aufzubieten. Das es Washington auf den Iran abgesehen hat, dürfte mittlerweile jedem Hinterwäldler bewusst geworden sein, da seit der Amtseinführung des US-Präsidenten viele Schritte vollzogen wurden die darauf hindeuten das die Amerikaner beabsichtigen die Regierung in Teheran alsbald zu stürzen.

Entweder durch die Infiltrierung des iranischen Hoheitsgebiets durch Terroristen die unter dem Deckmantel der US-Demokratiemaschine eine fingierte Revolution instigieren, oder mittels einer direkten militärischen Intervention.

Um den Nährboden für die erste Variante zu schaffen üben die Vereinigten Staaten massiven monetären Druck auf den Iran aus, der sich in rigorosen illegitimen Sanktionen wiederspiegelt.

Diese Maßnahmen sollen die iranische Bevölkerung dazu mobilisieren, gegen ihre Regierung zu protestieren. Inmitten sporadischer Demonstrationen werden gewalttätige Elemente aktiviert, die Reaktionen von Sicherheitskräften abverlangen, was als Repressalien und Tyrannei seitens Teherans ausgelegt wird. Was in Libyen und in Syrien bereits Früchte trug, soll ferner den Iran niederrichten.

Zwar hatte Washington bisher einigen Erfolg damit, Teile der iranischen Bevölkerung dazu zu bewegen auf die Strassen zu gehen, jedoch scheiterten aufrührerische Provokateure daran die nötige Gewalt entfalten zu lassen, welche einen Flächenbrand entfachen sollte.

Was vor allen daran liegt das die Iraner angesichts ihrer gegenwärtigen misslichen Lage keine Illusionen haben, und sich darüber im Klaren sind woher diese rührt. Ohne den unilateralen US-Ausstieg aus dem Atomvertrag mit dem Iran, was Trump vor der Generalversammlung erneut stolz hervorhob, und die darauf basierende Reaktivierung eingefrorener Sanktionen, wäre der iranische Rial nicht in den Keller gestürzt und die Inflation hätte nicht diesen zerstörerischen Aufwind bekommen.

Ferner würden sich internationale Unternehmen nicht aus dem Iran zurückziehen, und hätten keine Projekte eingestellt die dem iranischen Volk zugute gekommen wären. Da die USA der internationalen Gemeinschaft die Pistole auf die Brust setzen und vor die Wahl stellen mit dem Iran Geschäfte zu betreiben und in Gefahr zu geraten von der US-Sanktionswalze erfasst zu werden, oder Teheran den Rücken zu kehren um weiterhin den amerikanischen Interessen zu dienen springen kontinuierlich Unternehmen aus diversen Sektoren ab.

Vor der Generalversammlung vertrat Trump die Auffassung das die iranische Regierung die Staatskassen plündern würde, um “Terrorismus” zu finanzieren und Zerstörung über den Nahen Osten zu bringen. Darunter leide das iranische Volk, und dies sei der wahre Grund für die sich fortwährend entfaltende “Unzufriedenheit”.

Was Terrorismus anbelangt hat Washington eine verstörte Einstellung zu diesem. Während behauptet wird der “War on Terror” sei der Grund für die expandierende US-Präsenz im Nahen-Osten, unterstützt man Terroristen in Ländern die für Chaos auserkoren wurden, wie im Falle Libyen und Syrien.

Dortig werden Al-Qaida-Kämpfer als “Rebellen” bezeichnet, die für ihre Freiheit kämpfen würden. Hingegen stuft man dieselben Entitäten und Individuen in USA genehmen Staaten als Terroristen ein. Es kommt halt darauf an wo der Terror auftritt.

Wenn sich Attentate oder militanter Terrorismus in Ländern zuträgt die als “Feinde” der USA gelten, wird dies nicht von dem Westen verurteilt. Wie am 22.September als in der iranischen Stadt Ahvaz, während einer Militärparade zum Anlass des Krieges gegen den Irak (1980-1988)  vier Terroristen das Feuer eröffneten und 29 Menschen töteten und 50 weitere verletzten. Unter den Opfern waren Kinder und Zivilisten die als Zuschauer der Parade beiwohnten.

Unmittelbar nach dem Anschlag bekannten sich zwei Gruppierungen zu der Tat. Die Ahwazieh-Bewegung und Amerikas Kreation der Islamische Staat. Der Letztere veröffentlichte ein Video, das angeblich die vier Attentäter in iranischen Militäruniformen vor dem Anschlag zeigte.

Teheran machte Saudi-Arabien, die USA, die VAE und Israel für den Anschlag verantwortlich, und gab bekannt das es genügend Hinweise darauf gäbe das diese Staaten hinter den Attentätern stünden.

Iran wies die Behauptungen der ISIS zurück, und äußerte das man nicht davon ausgehe das der IS seine Finger im Spiel habe, sondern eher der Mossad und amerikanische Elemente die unter falscher Flagge operierten.

Unabhängig davon rief die reservierte Haltung des Westens die Bluttat nicht zu verurteilen, Argwohn im Iran hervor. In Paris oder London scheinen Menschen wichtiger zu sein, als im verhassten Iran.

Diese verabscheuungswürdige Attitüde spielt den Hardlinern in die Karten, und schweißt das iranische Volk gegen den Westen zusammen. So treibt man keinen Keil zwischen die Regierung und die Bevölkerung.

Die Heuchelei und Doppelmoral ist offensichtlich. Das der Iran vorwiegend die Vereinigten Staaten verdächtigt hinter Terrorakten dieser Art zu stecken, rührt von der offenkundigen US-Unterstützung für iranische Terror-Organisationen her.

Hochrangige US-Amtsträger begeben sich alljährlich nach Frankreich zur dortig stattfindenden Konferenz der von Mariam Rjavi angeführten Volksmudschaheddin (MEK) hin, und lassen sich ausgiebig für Ansprachen bezahlen die an Verhetzung kaum zu überbieten sind.

In diesem Jahr gab sich der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudi Giuliani die Ehre und verkündete die Entschlossenheit der Trump-Administration im Iran einen Regime-Wechsel herbeizuführen.

Ein Jahr zuvor postulierte Trumps kriegstreiberischer nationaler Sicherheitsberater, John Bolton,”die Mullahs noch vor dem 40 jährigen Jubiläum der islamischen Republik aus dem Iran zu jagen”.

Giuliani führte während seiner Agitation vor den Anhängern und Mitgliedern der MEK geschmacklose Beispiele an, und erwähnte die Geschichte eines Iraners der angeblich seine Niere für $500 verkaufen wolle. Dies seien Anzeichen dafür das die iranische Regierung zeitnah gestürzt würde. Nun sei es an der Zeit “den richtigen Druck” auszuüben, so Giuliani.

Demnach ist es kaum verwunderlich das Teheran mit dem Finger auf die USA zeigen wenn sich Anschläge wie in Ahwaz abspielen. Nikki Haley die infantile und mutmaßlich etwas zurückgebliebene US-Botschafterin der Vereinten Nationen wies die Anschuldigungen des Irans zurück und erörterte pauschalisierend das man natürlich jeden Terroranschlag auf der Welt verurteilen würde, jedoch der Iran sich mal lieber in seiner “Heimatbasis” umschauen sollte.

Wenn die USA davon sprechen das Teheran der “Hauptsponsor” des Terrorismus sei, dann meinen sie die Unterstützung der libanesischen Hisbollah und der Houthis (Ansarullah) im Jemen. Beide Entitäten werden in ihren jeweiligen Ländern von dem Löwenanteil der Bevölkerung akzeptiert und anerkannt und beide sind schiitisch. Im Libanon ist die Hisbollah derweil die stärkste politische Macht und genießt einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Da die Existenz der Hisbollah der tollwütigen Führung des israelischen Regimes das Leben schwer macht, und diese vom Iran unterstützt wird behaupten die USA das es sich um Terrorismus handele ohne näher darauf einzugehen. Denn wenn man sich etwas Zeit nimmt und die Geschichte der Hisbollah zurückverfolgt, wird man schnell zu der Erkenntnis kommen, das es sich um eine Widerstandsbewegung handelt die zu einer politischen Macht im Libanon heranwuchs.

Die USA verachten eindeutig das Schiitentum, da alle Länder in denen diese religiöse Strömung groß vertreten ist gleichzeitig als Feinde angesehen werden. Der Libanon, Syrien, der Iran und Irak. Beim letzteren verhält es sich etwas anders, aber dort haben sich die Amerikaner ja auch schon für die Ewigkeit eingerichtet. Nichtsdestotrotz ist der Irak nicht besser dran!

Der “schiitische Halbmond” wie Israel und die USA bevorzugt die beschriebene schiitische Achse bezeichnen, ist das Problem in den Augen der unheiligen Allianz (USA, Israel, Saudi-Arabien).

Der Einfluss des schiitischen Kernstaats Iran soll durchkreuzt werden. Hier geht es nicht um die Eindämmung von iranischem Terrorismus, sondern um die Abtötung eines Konfessionszweigs.

Der in Saudi-Arabien und diversen Golfmonarchien ausgelebte Wahabismus und Salafismus, stellt für die USA und Israel keine radikale Form von Extremismus dar. Obwohl man uns hierzulande vor den Salafisten warnt, und diese angeblich unter der Beobachtung von sämtlichen Nachrichtendiensten stehen.

Mit den Saudis Schwerttänze zu vollführen und Milliarden für Waffen einzuheimsen, und simultan den Iran für das Chaos im Nahen Osten anzuprangern ist Heuchelei in Hülle und Fülle. Den Iran zu stürzen ist kein persönlicher Feldzug eines impulsiven außenpolitisch unbewanderten US-Präsidenten. Sondern vielmehr eine seit Dekaden bestehende Agenda die nun mit allen Mitteln in die Tat umgesetzt werden soll.

Ab November wollen die USA die Öleinnahmen des Irans nullifizieren, was eine Menge Potenzial für eine militärische Konfrontation in sich birgt, da Teheran darauf erwiderte die Strasse von Hormus im Persischen Golf zu blockieren. Woraufhin Washington verlauten ließ, das es dafür Sorge tragen werde das das Nadelöhr für den Schiffsverkehr von Öltankern etc geöffnet bleibe. Auch militärisch wenn es sein muss! Genau auf dieses Szenario haben es die Kriegsstrategen im Pentagon abgesehen.

Verf.R.R.

 

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