Erdogan ruft die Welt dazu auf die Al-Qaida in Idlib zu retten

In einem von dem türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan verfassten Artikel den das Wall Street Journal (WSJ )veröffentlichte, rief das Staatsoberhaupt der Türkei die Welt dazu auf die Al-Qaida in Idlib vor dem Untergang zu bewahren.

Der angeblich von Erdogan entworfene Appell mit dem Titel “Die Welt muss Assad stoppen!” enthielt allerhand leere Behauptungen, die man inzwischen gewohnt ist von dem Westen und regionalen Mächten wie der Türkei, Saudi-Arabien und Katar.

Von willkürlichen Verhaftungen, systematischer Folter, Massenhinrichtungen, Fassbomben und natürlich chemischen Waffen war in dem wirren Aufruf Erdogans die Rede.

Der Ansatz der syrischen Regierung gegen den Terrorismus zu kämpfen sei illegitim. Erdogan behauptete diesbezüglich lapidar das Zivilisten nicht darunter leiden sollten, ohne näher darauf einzugehen.

Die ISIS sei aufgrund der Zustände in Syrien entstanden, womit er unterschwellig der syrischen Regierung die Schuld dafür geben wollte, ohne zu erwähnen das er und seine Familie sich die Taschen voll machten mit Gewinnen aus dem billig erworbenen ISIS-Öl und somit der Terror-Organisation Millionen von Dollar verschafften.

Die Türkei hätte ja so viele Abstriche aufgrund des Syrien-Konflikts machen müssen, und sei ein Vorbild im Kampf gegen den Terrorismus, so Erdogan. Der türkische Präsident räumte zwar ein das in dem Gouvernement Idlib die Terroristen-Organisation, Hayat Tahrir al-Sham (HTS, Al-Qaeda, Al-Nusra) aktiv sei, jedoch ein Angriff der syrischen Armee nicht der richtige Weg sei dieses Problem in Angriff zu nehmen.

Seine “moderaten”Jihadisten sollten diese Aufgabe übernehmen und die HTS bekämpfen. Weshalb diese Variante erfolgsversprechender sein sollte, als die Militäroperation der syrischen Armee versäumte Erdogan zu erklären.

Damit beabsichtigte er die Schlacht um Idlib als ausschließlich luftgestützte Offensive zu brandmarken. Als würden russische und syrische Kampfjets ohne Strategie alles zerbomben wollen, und keine Bodenoffensive der SAA geplant sei.

Wie gedenken Erdogan seine Jungs gegen die HTS vorzugehen? Mit Pfeil und Bogen? Nein gar nicht wahrscheinlich! Und darauf läuft Erdogans Appell  nämlich hinaus.

Um seinen Vorschlag schmackhaft zu machen wies er in dem WSJ-Artikel, auf die angeblich so erfolgreichen Militäroperationen der türkisch gestützten Terroristen im Norden Syriens hin.

Unterstützt von türkischen Kampfjets und Helikoptern übernahmen FSA-Jihadisten das syrische Afrin im Frühjahr diesen Jahres, und expellierten die kurdische Terror-Miliz YPG.

Die so oft im Westen zitierte oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) hat zig Artikel bezüglich der barbarischen Vorgehensweise der türkisch gestützten FSA in Afrin veröffentlicht, und berichtet täglich über Aufstände von Menschen die die türkische Präsenz leid haben, überzeugen sie sich selbst.

Die angeblich so vorbildliche von Erdogan gepriesene Vertreibung vermeidende Operation, ließ mindestens 150 000 Menschen aus Afrin fliehen. Also was meinte Erdogan mit seiner Behauptung das sein “Anti-Terror-Kampf” in Syrien keine Zivilisten vertrieben hätte, und Herzen und Köpfe gewinnen würde. Wunschdenken!

Erdogan vermied es strengstens auf die komplexe Lage hinsichtlich der diversen in Idlib operierenden Kollektive einzugehen. Nur die HTS sei ein Problem, ansonsten sei Idlib der letzte sichere Hafen für “vertriebene Zivilisten”. Ist das wirklich so?

In Idlib gesellen sich zu der Alibi-Terror-Gruppierung HTS, die Ahrar al-Sham die von dem international gesuchten saudischen Warlord und Kleriker Abdullah al-Muhaysini angeführt wird, die Noureddin al-Zenki -Bewegung die sich damit rühmt Minderjährige zu dekapitieren, die türkisch gestützte islamische Turkestan Partei die vorwiegend aus Uiguren besteht und eine Partnerorganisation der HTS ist, die Jaish al-Islam die in Ost-Ghouta Alawiten in Käfige sperrte um sie als menschliche Schutzschilde einzusetzen, der Islamische Staat, die Horas al-Din die aus sieben Al-Qaida affiliierten Gruppierungen (Jaysh al-Malahem, Jaysh al-Badiyah, Jaysh al-Sahel, Saraya al-Sahel, Saryat Kabul Jun al- Sharia and cells of Jund al-Aqsa) fusioniert wurde, etliche türkisch gestützte FSA-Fraktionen die in anderen Landesteilen an der Seite der erwähnten Gruppierungen kämpften und die türkisch gestützte Nationale Befreiungsfront (NLF).

Also sprechen wir nicht wie von Erdogan in seinem Aufruf behauptet, von einem “winzigen” Anteil der Gesamtbevölkerung Idlibs, und nicht wie von der UN geschätzt um lediglich 10 000 HTS-Terroristen.

Zählt man die oben angeführten Kollektive samt ihrer Familienmitglieder zusammen, kommen wir auf mindestens 80 000 Kämpfer. Inklusive Angehöriger und Verwandter, machen das mindestens 600 000 Individuen die der syrischen Regierung feindlich gegenüberstehen.

Also kein sicherer Hafen für “vertriebene Zivilisten” sondern eher für expellierte Terroristen!

Das Idlib sich als Sammelbecken für Jihadisten in Syrien etablierte, liegt an der Bevorzugung von Terroristen die in anderen Landesteilen geschlagen wurden und Idlib als Destination wählten um expelliert zu werden.

Hat Erdogan jemals tausende PKK-Terroristen in seinem Land einfach umgesiedelt und Amnestie angeboten wie die syrische Regierung in ihrem Land es mit türkisch gestützten Jihadisten tat?

Einfach pauschal in den Raum blasen, es handele sich in Idlib um 3 Millionen vertriebene Zivilisten verwischt die Tatsachen! Der türkische Präsident forderte in seinem Propagandaartikel die internationale Gemeinschaft dazu auf in Aktion zu treten um die “syrische Bevölkerung nicht der Gnade Assads zu überlassen”. Die Absicht des “Regimes” mit einer Offensive gegen Idlib seien “willkürliche Angriffe um seine Opposition auszulöschen, und keine aufrichtige und effektive Kampagne gegen Terrorismus,” wie Erdogan behauptete.

Ferner forderte er von seinem NATO-Alliierten den USA zur Tat zu schreiten um Assad aufzuhalten, was eindeutig belegt das das ganze anti-amerikanische Gerede daheim nur ein Bluff ist.

Desweiteren seien die “Astana-Partner” dafür verantwortlich das “humanitäre Desaster” in Idlib abzuwenden. Nach dem jüngsten trilateralen Gipfel in Teheran hatte man schon die Vermutung das das Astana-Abkommen auf wackeligen Beinen steht. Erdogan hat mit dieser Aussage unterstrichen das das von vornherein zum Scheitern verurteilte Format, gestorben ist.

Die Rolle der Türkei in dem siebenjährigen importierten Konflikt in Syrien ist weitaus umfassender als wie es der türkische Präsident vermochte zu schildern. Gelinde gesagt wäre ohne die 900 km lange gemeinsame Grenze mit Syrien, den tausenden Jihadisten die Überreise nach Scham unmöglich gewesen.

In der an Syrien grenzenden Stadt Hatay gelangten seit 2011 über die türkische “Rattenlinie” Terroristen aller Herren Länder ins benachbarte Syrien zumeist nach Idlib und Aleppo. Die Türkei war der Brückenkopf für das Regime-Change-Projekt in Syrien.

Erdogan erwähnt gerne das er in Idlib ein Massaker wie in Aleppo verhindern möchte. Was sich zu Beginn der Krise in dem industriellen Herzstück abspielte, und das die Al-Nusra Terroristen tatkräftig von Ankara bei der Übernahme der Stadt unterstützt wurden, verschweigt der türkische Präsident.

Anhand von zwei aufschlussreichen Dokumentationen, möchten wir veranschaulichen das terroristische Elemente seit dem Ausgang der Krise in syrischen Grenzstädten wie Aleppo ihr Unwesen trieben.

 

Erdogans Appell an die internationale Gemeinschaft ist nichts weiteres als der Versuch den Terrorismus in Syrien am leben zu halten. Womit er im selben Boot sitzt wie die USA und ihr NATO-Gefolge. Ihm schwebt eine Einverleibung des gesamten nördlichen syrischen Gebiets vor, was natürlich nicht möglich ist wenn die syrische Armee und russische Kräfte einrücken um Idlib zurückzuerobern.

Daher rührt die Sorge des türkischen Präsidenten. Zivilisten in Idlib sind nur ein Vorwand um den Plan der Annektierung des Gouvernements nicht zu gefährden. Das Geschwafel von Wahrung syrischer territorialer Integrität sieht vor diesem Hintergrund ziemlich blass aus.

Erdogan hat auch nicht viel gegen die Al-Qaeda in Idlib einzuwenden was aus einem Video von vor 2 Jahren hervorgeht.

In der gleichen Rede gibt Erdogan wieder das er Instruktionen erteilt habe um Al-Nusra Terroristen aus Aleppo zu evakuieren.

Wie gesagt die Verantwortlichkeit für sämtliche aus der Syrien-Krise resultierenden regionalen und globalen Probleme liegt zum großen Teil bei Ankara, das jetzt heuchlerisch vorgibt sich um das syrische Volk zu scheren.

Verf.R.R.

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