Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel…Spannungen zwischen USA und Nord-Korea nehmen wieder zu

Als im Juni nach monatelangen ausgiebigen Säbelrasseln, die Staatsführer der USA und Nord-Korea sich ein Herz fassten und in Singapur zusammentrafen um die Spannungen beizulegen, manifestierte sich eine voreilige illusorische Entspannung die schon bald Lügen gestraft wurde

Der US-Präsident, Donald Trump, und der Vorsitzende der Demokratischen Volksrepublik Korea, Kim-Jong-Un lieferten den Medien genügend symbolträchtige Eindrücke. Im Vorfeld des Gipfels wurde sogar eine limitierte Münze aufgelegt, mit Prägungen von Konterfeien der jeweiligen Staatsoberhäupter.

Laut dem von Trump und Kim signierten gemeinsamen abschließenden Kommunique, erklärten sich beide Parteien dazu bereit auf eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten. Jedwede Ultimaten diesbezüglich wurden hingegen nicht festgelegt.

Inmitten der Vorbereitungen des Gipfeltreffens in Singapur signalisierte Nord-Korea den Amerikanern mit mehreren Gesten des guten Willens das man wirklich daran interessiert ist eine Wende herbeizuführen. Die Einstellung von Langstreckenraketen- und Atomtests, Haftentlassungen von amerikanischen politischen Gefangenen und die Übergabe von sterblichen Überresten amerikanischer Soldaten die im Korea-Krieg gefallen waren, sollten das Eis brechen.

Ferner hat Nord-Korea vor den Augen von internationalen Reportern das Atomtestgelände Punggye Ri unbrauchbar gemacht. Ganz zu schweigen von der geschichtsträchtigen Annäherung zum Süden und dem historischen Treffen der beiden Koreas in der entmilitarisierten Zone.

Die USA nahmen zwar dankend an, kamen jedoch der offensichtlich auf Frieden gestimmten nordkoreanischen Regierung nicht im geringsten entgegen. Überdies hob Washington zu etlichen Anlässen hervor das es die Sanktionen und militärische Haltung vis a vis Pjöngjang, beibehalten werde solange Nord-Korea nicht komplett die Hosen runter lässt. Sprich sein vollständiges nukleares Arsenal, und Langstreckenraketen vernichtet habe und die darauf basierenden Programme und Forschungen eingedämmt sind.

Das Libyen Modell von Abrüstung schwebte den USA in Bezug auf Nord-Korea vor. Wissend das Pjöngjang zuvor verkündete das man Washington nicht über den Weg trauen könne, und die Geschichte gelehrt hat das die Aushändigung sämtlicher Massenvernichtungswaffen einen Staat angreifbar machen, und die USA dies im Falle Saddam Husseins im Irak und Muammar Gaddafi in Libyen schamlos ausnutzten, konnte man sich nicht mit der Auffassung an den Verhandlungstisch setzen und erwarten das Nord-Korea keine Sicherheiten einfordert.

Daher ist die kompromisslose US-Haltung pragmatisches Kalkül. Washington weiß das die Denuklearisierung der gesamten koreanischen Halbinsel keine Einbahnstraße ist und sich nicht ausschließlich auf den Norden bezieht, verkauft es der Öffentlichkeit jedoch dementsprechend.

Dem zuvor erwähnten Kommunique zufolge umfasst die Denuklearisierung die gesamte koreanische Halbinsel, also auch den von den USA besetzten Süden. Kim Jong-Un hätte das Dokument wohl kaum signiert, wäre explizit lediglich Nord-Korea diesbezüglich auserlesen worden.

Die durchaus positive Stimmung des Trump-Kim-Gipfels wurde sogleich von mehreren kritischen Stimmen aus beiden politischen Lagern zunichte gemacht. Indem man stetig unterstrich das Nord-Korea sich von nun an nach eigenen Wünschen erkenntlich zeigen müsse, und bevor das optimierte Ziel nicht erreicht sei alles beim Alten bleibe, bestätigte man das der Gipfel lediglich ein Medienspektakel war und es nicht vermochte etwas handfestes hervorzubringen.

Der US-Außenminister, Mike Pompeo, begab sich im Anschluss des bilateralen Treffens einige male nach Nord-Korea um die US-Forderungen durchzusetzen. Nach einer im Juli stattfindenden Konsultation äußerte Pjöngjang sein Bedauern bezüglich der “Gangster-haften Attitüde” die Pompeo während der Gespräche walten lassen hat.

Die USA würden Nord-Korea dazu drängen eine unilaterale Denuklearisierung durchzuführen, was zutiefst bedauerlich sei, hieß es damals. Die USA und Nord-Korea hatten offenbar von Beginn an differenzierte Vorstellungen von der Denuklearisierung der “koreanischen Halbinsel”.

Hochrangige US-Amtsträger postulierten das es an der Zeit sei das Kim Jong-Un seinen Versprechen alsbald nachkommen müsse. Dabei hat sich Nord-Korea zu nichts verpflichtet und eine zukünftige Denuklearisierung von der allgemeinen Entwicklung der Dinge abhängig gemacht.

Wenn man hingegen in die US-Leitmedien lauscht, geht man davon aus das Kim Jong-Un bereits einen Vertrag zur Abrüstung unterzeichnet hat. Die Luft des Treffens in Singapur ist inzwischen raus, und man bewegt sich allmählich zurück auf die Vorgipfelstimmung zu.

Mike Pompeo hatte bereits seine Koffer gepackt und war vor einer Woche mit seiner Delegation so gut wie auf dem Weg nach Nord-Korea, da blies Donald Trump seine Visite ab und verkündete via Twitter das bezüglich der Denuklearisierung keine Fortschritte gemacht würden. Man könne auf China aufgrund des gegenwärtigen Handels-Disput mit den USA nicht mehr zählen was den Prozess der Denuklearisierung anbelange, so Trump. Pompeo werde nach Nord-Korea aufbrechen sobald sich die Wogen zwischen Peking und Washington im Handelskrieg geglättet haben, wie der US-Präsident mitteilte.

Die Aussetzung der Reise des US-Außenministers erfolgte zwei Tage nach der Veröffentlichung eines Berichts der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), laut diesem Nord-Korea immer noch “Nuklearwaffen entwickeln würde.

Das einzige “Entgegenkommen” das den Nord-Koreanern von amerikanischer Seite aus kurzweilig zugute kam, waren die Einstellungen einiger laut Trump “kostspieliger Kriegsspiele”, die in regelmäßigen Abständen auf der koreanischen Halbinsel  die gewaltsame Übernahme des Nordens simulieren.

Ganze drei Monate hielt das Versprechen. Indes ließ der US-Verteidigungsminister, James Mattis, verlauten das die gemeinsamen Kriegsübungen mit Japan und Süd-Korea in naher Zukunft wieder aufgenommen würden.

Trump pflichtete seinem Außenminister bei, und äußerte das die “Spiele” zwar kostspielig seien, jedoch wenn sich die Lage dramatisch verändern sollte man jederzeit schwerere Geschütze auffahren könne.

Laut einem Bericht eines südkoreanischen Radiosenders sollen die USA derweil in Japan Militärübungen durchführen, die eine Invasion von Pjöngjang simulieren.

Daraufhin erwiderte die nordkoreanische Führung das die USA eine verbrecherisches Komplott ausbrüten würden. Zu einem führe man Dialoge mit einem lächelnden Gesicht, zum anderen veranstalte man geheime Drills die Spezialeinheiten zur Eliminierung von Zielpersonen beinhalten, wie die nordkoreanische staatliche Tageszeitung Rodong Sinmun mitteilte.

Die Trump-Administration macht derweil gute Miene zum bösen Spiel, und beteuert das man sich trotz der offensichtlich erneut entfaltenden Spannungen auf dem richtigen Weg befinden würde. Von der Sicht der Amerikaner aus stimmt das wohl, denn der militärische industrielle Komplex ist nicht an irgendeinen Frieden auf der Welt interessiert.

Verf.R.R.

 

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