Weshalb sollten die Iraner mit den USA verhandeln, wenn diese den Regime-Change vorbereiten? (Meinung)

In der vergangenen Woche stellte Irans religiöser Führer Ajatollah Ali Khamenei, klar das es Teheran für unnötig halte mit der gegenwärtigen US-Administration Verhandlungen aufzunehmen. Khamenei begründete die Haltung der iranischen Regierung, mit der undiplomatischen Art der Vereinigten Staaten Politik zu machen.

In Bezug auf den unilateralen Austritt aus dem JCPOA-Atomvertrag mit dem Iran äußerte Khamenei wie folgt: “Warum sollten wir uns für Verhandlungen mit einem solchen tyrannisierenden betrügerischen Regime hinsetzen, das auf diese Art verhandelt?”

Auf Trumps Angebot für “bedingungslose Verhandlungen” mit dem Iran angespielt hob Khamenei die Diskrepanz zwischen den Äußerungen von US-Amtsträgern hervor. Während der eine (Trump) “bedingungslose-Annäherung ” anbiete, gäben andere Stimmen wieder das ohne Konditionen keine Gespräche mit dem Iran stattfinden könnten, so der Ajatollah.

In Bezug auf die amerikanische Art Verhandlungen zu führen führte Khamenei an das die USA darauf basierend eine spezielle Formel entwickelt hätten, die verstanden werden sollte. Was einem zu der Frage bringe ob laut dieser Formel weise Personen in Verhandlungen mit Washington treten würden?

Nach Irans religiösen Führer seien “geben” und “nehmen” eine Realität von Verhandlungen in der herkömmlichen Politik. Dem fügte er hinzu das die Amerikaner sich auf ihre, politische, meinungsmachende, und finanzielle Macht verlassen würden, und in allen Verhandlungen versuchen würden, jedweden möglichen die Realisierung ihrer Ziele unterbindenden Widerstand zu durchkreuzen.

“Zunächst einmal legen sie ihre Hauptziele fest. Natürlich deklarieren sie all diese Ziele nicht während den Verhandlungen, jedoch streben sie an all diese anhand von Feilschen während Gesprächen zu erreichen. Der zweite Punkt ist das die Amerikaner keinen Schritt von diesen Hauptzielen zurückweichen,” so Khamenei.

“Während Verhandlungen machen die Amerikaner nur Zusagen und gebrauchen augenscheinliche zusichernde Worte. Hingegen erwarten sie wahre Zugeständnisse von der Gegenseite und akzeptieren keine Zusagen,” wie der Ajatollah erläuterte.

Ferner argumentierte Khamenei das der Iran diese Realität während der JCPOA-Verhandlungen zu spüren bekommen habe, und sagte das die Amerikaner in Verhandlungen mit Nord-Korea auf dieselben Methoden zurückgegriffen hätten.

Laut Irans religiösen Führer könne sich der Iran auf das gefährliche Verhandlungs bezogene Spiel mit den Amerikaner nur einlassen, wenn man die angestrebte wirtschaftliche, politische und kulturelle Macht erlange, so dass der amerikanische Druck nicht mehr in der Lage sei den Iran zu affektieren. Nichtsdestotrotz seien derweil Verhandlungen mit den USA gewissermaßen nachteilig für den Iran und somit verboten!

Offensichtlich haben die kontraproduktiven Vorstöße der Amerikaner ihre orthodoxe Effizienz nicht verfehlt. Sprich die üblicherweise aussichtslose US-Diplomatie hat abermals dafür gesorgt das keine ergebnisorientierte Richtung eingeschlagen wird, und man auf eine Konfrontation zusteuert die das Potenzial eines dritten Weltkrieges in sich birgt.

Mit der Ankündigung der Gründung einer Aktionsgruppe mit dem Schwerpunkt Iran (IAG), haben die Amerikaner laut und deutlich unterstrichen das sie beabsichtigen die iranische Regierung zu stürzen.

Laut dem US-Außenministerium werde die IAG sich mit allen nachrichtendienstlichen Behörden koordinieren, um das “Gebaren” der iranischen Regierung zu “ändern”.

In einer diesbezüglichen Stellungnahme behauptete der US-Außenminister, Mike Pompeo, das das iranische Volk und die Welt von dem Iran verlangen würden, das er sich endlich wie eine “normale Nation” betage.

Mit anderen Worten Teheran soll sich dem imperialistischen Kanon der Vereinigten Staaten anschließen, ansonsten gerate es in Gefahr eliminiert zu werden.

Die IAG kann getrost als Regime-Change-Projekt betrachtet werden, auch wenn die USA das Gegenteil behaupten.

Das durch die Verhängung von US-Sanktionen leidende iranische Volk in Statements hervorzuheben, und zu behaupten dieses will den Sturz der Regierung sehen ist lächerlich.

Wenn Pompeo behauptet die “Welt” wolle im Iran eine Wende sehen, meint er eigentlich die USA.

China, Russland, gewisse EU-Staaten und Süd-Amerika haben eine andere Auffassung bezüglich des von den USA porträtierten Bild vom Iran.

Ohne auch nur einen Beweis vorzulegen behauptet Washington das der Iran per se der “Hauptsponsor des globalen Terrorismus” sei. Als die “Wurzel allen Übels” im Nahen-Osten verschrien, soll Teheran die Hauptverantwortung für das gegenwärtige Chaos in der Region tragen.

Diese pauschalisierte Interpretation des eigens initiierten Fiaskos im Nahen-Osten, zeigt auf das die USA längst keine realitätsorientierte Geopolitik mehr betreiben.

Wer hat internationale Mudschaheddin aus denen die Al-Qaida entsprang in den 1980.Jahren in Afghanistan einfallen lassen? Wer hat die Al-Qaida auf Kriegsschauplätzen in Ländern platziert die den USA nicht hörig waren? Wer hat seine altgediente Marionette im Irak gestürzt und ein Vakuum geschaffen in dem die Al-Qaida und Konsorten fortwährend expandierten? Wer hat die Perle Afrikas, Libyen, mit Terroristen überflutet und einen Jihadisten-Hinterhof geschaffen? Wer hat Libyen koordiniert mit Jihadisten am Boden in die Steinzeit zurückgebombt? Wer war der Befürworter für die Etablierung eines “salafistischen Fürstentums” (Islamischer Staat) in Syrien? Wer hat den IS und die Al-Qaida in Syrien bis an die Zähne bewaffnet? Wer beherbergt bei sich daheim Büros und Zentralen der Muslimbruderschaft? Wer nutzt Jihadisten als trojanisches Pferd um völkerrechtswidrige Besatzung zu rechtfertigen? Es gibt nur eine Antwort auf die schier endlosen Fragen! Die Vereinigten Staaten von Amerika!

Die USA in Form der Galionsfigur der liberalen Demokraten, Hillary Clinton, räumten ein das sie im Nahen-Osten ihr eigens kreiertes Problem bekämpfen würden. Sprich die von ihnen unterstützten und finanzierten Terroristen.

Wenn sich die USA auf von dem Iran unterstützte “Terroristen-Kollektive” beziehen, dann fallen lediglich zwei Namen. Die Hisbollah im Libanon und die Huothi-Rebellen im Jemen.

Die schiitische Hisbollah ist im Libanon derweil die stärkste politische Macht, und ist voll integriert in die libanesische Gesellschaft. Die Widerstandsbewegung genießt einen hohen Stellenwert in dem religiös ausgeglichenen Land. Kurz gesagt die Hisbollah ist ein fester Bestandteil des Libanons.

Die Lächerlichkeit der US-Behauptung die Hisbollah sei eine Terroristen-Fraktion zeigte sich besonders während einer Pressekonferenz im vergangenen Jahr in Washington auf.

Zu Gast bei dem US-Präsidenten, Donald Trump war damals der libanesische Ministerpräsident, Saad al-Hariri, dem Trump während der Pressekonferenz Mut zusprach bezüglich seines Kampfes gegen die Hisbollah.

Zu diesem Zeitpunkt war die Hisbollah der Koalitionspartner von Hariris Partei. Zudem hob der US-Präsident die libanesische Armee hervor, die tapfer gekämpft und das Land vor dem Einfall der ISIS bewahrt habe. Das die Hisbollah einen großen Teil dazu beitrug und mit der libanesischen Armee kooperierte, schien dem unbewanderten US-Oberbefehlshaber entglitten zu sein.

Und natürlich kooperieren durch ihre Konfession verbundene Entitäten, Organisation und Staaten auf diversen Ebenen miteinander. Das die Hisbollah vom Iran unterstützt wird ist kein Geheimnis aber auch kein Problem. Weshalb auch? Die USA überschütten Alliierte wie Israel und Saudi-Arabien mit Waffen, Geld und politischer Rückendeckung! Warum soll der Iran der ja wohl einen größeren Anspruch darauf  hat in der Region für ein Gleichgewicht zu sorgen, nicht das gleiche Recht haben?

Im Jemen hatten die schiitischen Houthi-Rebellen (Ansarullah-Bewegung) 2015 die Schnauze voll von der sektiererisch separierenden Politik der saudischen Marionette, Abed Mansour Hadi, und stürzten diesen.

Hadi floh ins Exil nach Riad und das Königreich startete eine militärische Aggression gegen den Jemen, um ihren Schützling wieder an die Macht zu bringen. Bis heute hat die von Saudi-Arabien ins Leben gerufene Koalition nur Zerstörung und Leid über den Jemen gebracht.

Eine von Riad verhängte übergreifende Blockade hat das Land an den Rande des totalen Kollapses gedrängt. 22 Millionen Jemeniten sind direkt von Unterernährung und Epidemien betroffen. Cholera grassiert in beispiellosen Ausmaßen im Jemen.

Nebenher hat Saudi-Arabien mit der Unterstützung der USA und Groß-Brittanien, den Großteil der zivilen Infrastruktur in Schutt und Asche gelegt. Riad behauptet das seine Nemesis der Iran die Houthis mit ballistischen Raketen und Waffen beliefere, legte diesbezüglich jedoch bisher keine Beweise vor.

Die Erklärung wie der Schmuggel von ballistischen Raketen trotz der See, Luft und Landblockade abgelaufen sein sol,l bleiben die Saudis und die USA ebenfalls schuldig.

Nichtsdestotrotz schreibt man dem Iran zu der Verursacher des Chaos im Jemen zu sein ,und stempelt die jemenitischen Houthis als Stellvertreter Teherans ab.

Die USA beziehen den Jemen in ihre anti-iranische Rhetorik und Propaganda lediglich mit ein, um ihre leeren Behauptungen zu unterstreichen. Die besagen das der Iran überall in den Krisenherden im Nahen-Osten seine Finger im Spiel habe.

Es muss groß aussehen in den Augen der blinden Audienz. Syrien reicht nicht aus um der Behauptung gerecht zu werden, das der Iran die Wurzel allen Übels sei.  Daher werden die Houthis als Phalanx des Irans im Jemen bezeichnet.

Was den globalen islamistischen Terrorismus anbelangt sollte man bedenken das die ISIS die Al-Qaida und sämtliche Ausgeburten und Vorgänger dieser US-Organisationen, Anhänger des Salafismus und Wahabismus sind und sich zu dem sunnitischen Lager zählen.

Diese radikal-extremistischen Auslegungen des Islams werden in feudalen Monarchien am persischen Golf praktiziert. Saudi-Arabien und Co. verfolgen dieselbe Ideologie wie die selbst deklarierten kurzlebigen Kalifate im Irak und Syrien.

Alle famosen öffentlichkeitswirksamen Terroristen-Kollektive wie der IS vertreten den Glauben Saudi-Arabiens, das die Schiiten Häretiker seien und lediglich den Tod verdienen.

Während die alljährliche Hadsch in Mekka, Saudi-Arabien, statt findet und zehntausende Iraner der Pilgerfahrt beiwohnen, verkaufen saudische Büchereien fleißig weiter verabscheuungswürdige Literatur über das Schiitentum.

Also zu behaupten der globale islamistische Terrorismus sei schiitisch geprägt, deckt sich nicht mit den realen Gegebenheiten.

Bisher halten sich die Reaktionen Teherans auf die US-Provokationen noch in der Waage. Jedoch ab November treten die Erdöl bezogenen Sanktionen in Kraft. Womit die Amerikaner beabsichtigen dem Iran den Hahn komplett zuzudrehen, indem sie die Erdöleinnahmen des Landes nullifizieren.

Washington hat bereits signalisiert das es sich nicht davor scheue Länder zu sanktionieren, die weiterhin ab November iranisches Erdöl beziehen. Auch Alliierte!

Teheran hat daraufhin verkündet, das es erwäge das Nadelöhr im Persischen Golf, die Strasse von Hormus, zu sperren. Durch die Meerenge gelangen jährlich 30% der globalen Erdölexporte.

Erwartungsgemäß reagierten die Amerikaner darauf, und verkündeten das sie diesbezüglich die Waffen sprechen lassen würden! Also dafür sorgen würden das der Fluss der Erdölexporte nicht beeinträchtigt werde.

Genau auf dieses Szenario haben es die Strippenzieher in Washington abgesehen. Die Komponente Erdöl birgt ein großes Konfliktpotenzial in sich. Vor allen wenn es um die existentielle Bedrohung eines Staates geht, der von diesen Einnahmen abhängig ist.

Die Amerikaner legen es regelrecht darauf an, das der Iran zu den Waffen greift und sich wehrt. Die USA hoffen darauf das der Iran die Strasse von Hormus sperren wird, und werden alles menschenmögliche dafür tun das sich Teheran zu diesem Schritt forciert sieht. Und schon haben wir den Kriegsgrund den die Amerikaner sich herbeisehnen.

Verf.R.R.

 

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