Syrien: Weshalb möchte sich China an der Mutter aller Schlachten in Idlib beteiligen?

In der vergangenen Woche hat China der syrischen Regierung angeboten bei der anstehenden Militäroperation gegen Terroristen in Idlib Beihilfe zu leisten. Diejenigen die nicht mit der Lage vor Ort vertraut sind, werden sich gefragt haben welches Interesse das Reich der Mitte hegt, um sich direkt an dem Anti-Terror Kampf fernab der Heimat zu beteiligen.

Peking hat Damaskus diplomatische Rückendeckung zukommen lassen und wird bei dem Wiederaufbau des vom Kriege gebeutelten Landes eine große Rolle spielen. Doch von militärischer Unterstützung wurde bisher abgesehen. Der Grund für den jüngsten Vorstoß Pekings hängt mit Idlib zusammen.

In dem von unzähligen Jihadisten-Fraktionen besetzten Gouvernement im Norden von Syrien, haben sich Tausende von Uiguren eingenistet die für die Islamische Turkestan Partei (TIP) in den Kampf ziehen.

Die TIP ist eine Terroristen-Gruppierung die unter dem Kommando der Hayat Tahrir al-Sham (HTS, Al-Nusra, Al-Qaeda) steht, und eine salafistische Ideologie vertritt.

Wie Tausende von chinesische Uiguren letztlich im Nahen-Osten landeten um Kampfgebiete zu infiltrieren, beantwortet ihre Abstammung.

Die Uiguren zählen sich zu den turksprachigen Ethnien. Die muslimische Minderheit beherbergt das uigurisch autonome Gebiet Xingjang in China. Ein Inkubator für terroristisches Gebaren, der die nationale Sicherheit Chinas anfechtet.

Inmitten des Syrien-Krieges war eine von der Türkei initiierte Medienkampagne mit politischer Rückendeckung zu vermerken, die auf die angeblichen Repressalien Chinas gegenüber den Uiguren hindeutete. Damals hieß es China hindere die Uiguren an der Ausreise, ließe sie ihren Glauben nicht praktizieren, und Verstöße seien mit dem Tode bestraft worden.

Zusammenstöße zwischen der größten Ethnie in China den Han und den Uiguren in Xingjang, steigerten sich während der Kampagne der Türkei. Peking wies die Vorwürfe und Behauptungen von sich, und deutete daraufhin das die Uiguren China verlassen wollen, um über die Türkei nach Syrien oder in den Irak zu gelangen und sich dort dem Islamischen Staat anzuschließen.

Damals brannten vor der chinesischen Botschaft in der Türkei chinesische Flaggen, und Übergriffe auf Asiaten in der Türkei waren keine Seltenheit.

Diese Coverstory wurde in die Welt gesetzt um eine Rechtfertigung für den Import von Terroristen parat zu haben. Hinter dem Aufschrei von Ankara steckten keine humanitären Belange, sondern geopolitisches Kalkül.

In einem aufschlussreichen Artikel von dem alternativen Nachrichtenportal 21stCenturyWire.com, wird detailliert geschildert wie der türkische Geheimdienst mindestens 50 000 Uighuren türkische Reisepässe ausstellte und diese nach einem kurzen Aufenthalt in der Türkei nach Syrien ins angrenzende Idlib verfrachtete.

Damit beauftragt die syrische Armee zu bekämpfen schloss sich die mit der Al-Qaida affiliierte TIP 2013 der Al-Nusra in Idlib an. In dem Artikel des Portals wurde die Region in der sich die Uighuren niederließen als “Chinatown” bezeichnet. Was deutlich nahelegt wohin sich die Lage vor Ort entwickelt hat.

Recep Tayyip Erdogan der türkische Präsident und damalige Premierminister habe laut dem Portal seine persönliche “Eliteeinheit” nach Syrien importiert, und sei dabei tatkräftig von den USA unterstützt worden. Die Söldnerarmee sollte ihren Zweck erfüllen und den Regime Wechsel in Syrien herbeiführen.

Da Peking daheim schon genügend Probleme mit radikalen Elementen der uigurischen Minderheit hat, und terroristische Übergriffe auf die Han und weitere nicht muslimische Ethnien exponentiell angestiegen sind, besteht ein großes Interesse daran das Schicksal der in Idlib ansässigen Islamischen Turkestan Partei vor Ort zu bestimmen.

Wohin sollen sich mindestens 20 000 im Kampf ausgebildete TIP-Kämpfer und radikalisierte Familienangehörige begeben, wenn die imminente Militäroperation der syrischen Armee ihr Ende findet. Wieder zurück nach China? Oder in die benachbarte Türkei?

Peking will verständlicherweise solche brandgefährlichen versierten Jihadisten nicht wieder in der Mitte seiner Gesellschaft integrieren. Was ja schon bekanntermaßen in Europa mächtig in die Hose gegangen ist. Ergo ist eine gemeinsame militärische Kooperation mit Damaskus eine logische Konsequenz, die von der oben beschriebenen Lage herrührt.

Dies mag zwar hart klingen. Doch aus der Sicht Chinas ist jeder in Syrien ansässige uigurische Terrorist tot am meisten wert! Nach über fünfjähriger Praxis auf den Schlachtfeldern ist die TIP mit der Hilfe der Türkei zu einer größeren Bedrohung der nationalen Sicherheit angewachsen, als sie es ohnehin schon für China war. Unmittelbar nachdem der chinesische Botschafter in Syrien Qi Qianjin verkündete, das Peking gewillt sei sich an dem Gefecht in Idlib zu beteiligen, trafen sich syrische und chinesische Kommandeure in Russland um anscheinend das zukünftige gemeinsame Vorgehen in Idlib zu besprechen.

Der Syriana Analysis Blog thematisierte jüngst die Beteiligung Chinas an dem Gefecht in Idlib.

Verf.R.R.

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