Syrischer UNO-Botschafter verurteilt die Aktivitäten der Türkei in Idlib, und schwört türkische Kräfte aus dem Land zu jagen

Der syrische Botschafter der Vereinten Nationen, Bashar Jafaari, hat während einer neuen Gesprächsrunde des Astana-Formats in Sochi die Türkei aufs schärfste für ihre Aktivitäten in der Provinz Idlibs kritisiert, darüber berichtete das Nachrichtenportal Southfront.

Jafaari sagte das die Erdogan-Regierung daran gescheitert sei ihre Verpflichtungen in Bezug auf die “Deeskalationszone-Idlib” zu erfüllen, und fügte hinzu das Damaskus türkische Kräfte von dem syrischen Territorium entfernen würden.

“Die Türkei erfüllt nicht ihre Verpflichtungen in Bezug auf die Deeskalationszone in der Provinz von Idlib…Türkische Obrigkeiten haben ihre schwer bewaffneten Streitkräfte dorthin entsendet. Und wir alle erleben Militäraktion der Türkei in dieser Region bis nach Afrin, das sie okkupieren. Dazu haben sie weitere Siedlungen okkupiert.” Ferner äußerte Jaafari das die syrische Regierung das legitime Recht habe alle von der Türkei konfiszierten Gebiete zurückzuerobern.

Der Syrische Diplomat hob hervor das die Türkei das einzige Land der Garantiestaaten (Türkei, Russland, Iran) des Deeskalations-Abkommens sei das seine Obligationen unter der Astana-Vereinbarung verletzt habe. Ferner soll Ankara den türkischen Lira in Regionen eingeführt haben, die in Syrien von seinen Kräften kontrolliert werden  so Southfront.


 

Der syrische UNO-Botschafter hat zu Recht den kontinuierlichen abdriftenden Status-Quo in der “Deeskalationszone ” Idlib kritisiert. Wer seit dem Beschluss des Astana-Reglements ein Auge auf das Gouvernement im Norden geworfen hat, der ist schnell zur Erkenntnis gekommen das die unzähligen Jihadisten-Fraktionen keinen Druck verspüren, um ihre terroristischen Aktivitäten einzustellen.

Ankara war eigentlich damit beauftragt worden alle von dem Abkommen ausgenommenen Terroristen-Gruppierungen in Idlib, von den “moderaten”- was auch immer das heißen mag- zu separieren. Sprich sie anhand von stellvertretenden Söldnern zu bekämpfen, oder sie zu expellieren.

Während in den anderen von den übrigen Garantiestaaten kontrollierten Zonen ernst gemacht wurde, und jeder Verstoß gegen die Waffenruhen und Vereinbarungen mit strenger Gewalt vergolten wurde, ließ man die Jihadisten in Idlib an der langen Leine.

Die dortig dominierende Extremisten-Fraktionen, Hayat Tahrir al-Sham (HTS , Al-Nusra, Al-Qauda), sämtliche Al-Qaida-Klone und der Islamische Staat, standen seit der Aufnahme der fraglichen Kooperation zwischen der Türkei, dem Iran und Russland auf der Abschussliste, und sind von allen Friedensverhandlungen und Feuerpausen ausgeschlossen.

Also der Auftrag der Türkei im Norden bestand darin solange den Druck auf die HTS und Konsorten zu erhöhen, bis ein Zustand erreicht würde der eine zukünftige Übergabe an die syrische Regierung ermöglicht. Jedoch wie schon erwähnt tat Ankara genau das Gegenteil, und ließ die Jihadisten in der Hoffnung gewähren das sich der Kriegsverlauf nicht zu Gunsten der eigenen Partner entwickelt.

Die trilaterale Kooperation zwischen den Astana-Garantiestaaten ist mehr ein Luftschloss, als das man auf sie bauen könnte. Wenn man bedenkt das die Konstellation durch die Unterstützung der Türkei für Jihadisten so gestrickt ist, das für alle drei Parteien gleich gestellte Aufgaben nicht mit derselben Motivation angepackt werden, dann versteht man weshalb die Eliminierung von Terroristen in Idlib insofern schleifen gelassen wurde bzw nicht stattfand.

Warum sollte die türkische Regierung einen Finger für den “Schlechter” Assad rühren und seine Feinde aus dem Weg räumen, wenn dies bedeuten würde das Russland und Iran von seinem türkischen Partner verlangt Idlib an Damaskus zu übergeben?

Daher war die türkische Mission im Norden von Beginn an mit Argwohn zu betrachten und der Zweck wollte sich einfach nicht erschließen. Nun befindet sich Ankara in dem Dilemma am Scheideweg in Syrien angelangt zu sein. Zu viel Zeit ist verstrichen. Hätte die türkische Regierung früh genug die Reißleine gezogen und eingesehen das der Regime-Change in Syrien gescheitert ist, dann würde der kommende Abzug aus Syrien nicht so demütig verlaufen.

Eins ist gewiss das nächste Ziel der syrischen Armee ist die Annihilation aller Terroristen-Gruppierungen in Idlib und Umland. Sobald syrische Truppen in Begleitung russischer Kräfte und Militärpolizei in Idlib einrücken werden, wird sich Ankara dazu gezwungen sehen das Feld zu räumen.

Verf.R.R.

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