Syrien- Jihadisten in Idlib haben das Vertrauen in die Türkei verloren

Die in Idlib stationierten Terroristen-Kommandeure vertrauen angeblich nicht mehr auf die Versprechen der türkischen Armee, die im Falle eines Angriffes der syrischen Armee die Militanten eigentlich verteidigen wolle, dies teilte die iranische Nachrichtenagentur FARS-News unter Verweis auf die arabische Tageszeitung Al-Watan mit.

Das arabische Blatt zitierte Quellen aus Kreisen der Terroristen-Gruppierung Syrische Befreiungsfront ( Ahrar al-Sham, Noureddin al-Zenki) die geäußert haben sollen, das sich die Kommandeure der erwähnten Gruppierungen für ein Treffen am Freitag versammelt hätten.

Laut den Quellen seien sich die Kommandeure während der Zusammenkunft darüber einig gewesen, das sie der Türkei nicht mehr voll vertauen können, da die Interessen Ankaras auf diversen Gebieten den Interessen der Jihadisten widersprechen würden. Ferner hätten türkische Funktionäre bereits ihren Unwillen demonstriert sich an Gefechten mit der syrischen Armee zu beteiligen.

Die Jihadisten Kommandeure sollen auch vor wachsenden Differenzen unter den Militanten-Gruppierungen in Idlib gewarnt, und ihre Besorgnis in Bezug auf Rückzüge und getroffene Vereinbarungen zwischen diversen Kommandeuren und der syrischen Armee geäußert haben. Die jüngsten Entwicklungen in Daraa und Quneitra habe den Kommandeuren besonders Kopfzerbrechen bereitet, da die Militanten in diesen Gebieten stärker und vereinter gewesen seien und dennoch kapitulierten.

Das Blatt berichtete das sich für die Türkei während eines Putin-Erdogan Treffens am Rande des Brics-Gipfel in Süd-Afrika die Möglichkeit ergeben habe, ihre Haltung in Bezug auf Idlib zu Gunsten der syrischen Regierung zu ändern, so FARS.

Interessant hervorzuheben ist das Ankara den Auftrag seine Neutralität in Idlib zu bewahren, anscheinend nie wahrgenommen hat. Die Terroristen-Kommandeure  untermauerten mit ihrer Besorgnis in Hinblick auf die Türkei, das zwischen den beiden Parteien anscheinend eine Kooperation besteht.

Das in Idlib stationierte türkische Militär habe laut den Jihadisten-Kommandeuren behauptet, das es die Fraktionen gegen mögliche Angriffe der syrischen Armee verteidigen werde. Ankara hatte sich eigentlich dazu verpflichtet die “Deeskalationszone” von Jihadisten zu säubern und den “Waffenstillstand” zu beobachten.

Um diese unter dem Astana-Abkommen mit Russland und Iran beschlossene Richtlinie umzusetzen, gestatteten die Partner die Errichtung von zwölf türkischen “Beobachtungsposten” in Idlib. Außer sich in dem Gouvernement im Norden einzunisten, haben die Posten zu keiner Zeit ihren eigentlichen Zweck erfüllt. Jihadisten nutzen bis dato die türkische Präsenz zu ihrem Vorteil, wissend das Ankara nicht gewillt ist terroristische Aktivitäten zu unterbinden, und die Augen vor Angriffen auf Stellungen der syrischen Armee verschließt.

Entweder kann oder will Ankara die Terroristen nicht in den Griff bekommen. Wahrscheinlich ist man in türkischen Regierungskreisen stark davon ausgegangen, das es aus ihrer Sicht nicht zum Worst Case Szenario kommen würde, sprich  Russland, Iran, und die syrische Regierung von einer Rückeroberung Idlibs absehen würden, oder die Gegebenheiten dies nicht zu lassen.

Das dem nicht so sein würde, deuteten sämtliche Erfolge der SAA an. Seit der Rückeroberung Aleppos Ende 2016, sollte der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, die Wahrscheinlichkeit in Anbetracht gezogen haben, das der gesamte Norden Syriens eines guten Tages von Jihadisten befreit würde. Die Besorgnis die die türkische Regierung hinsichtlich der “Zivilisten” in Syrien wahnhaft bekundet, gilt ausschließlich Gebieten die von Jihadisten besetzt sind.

Hingegen hat Ankara die seit 3 Jahren belagerten und jüngst evakuierten Einwohner der zwei im Zentrum Idlibs liegenden schiitischen Dörfer Al-Fuah und Kafriya nie erwähnt, und Raketenangriffe und Erstürmungsversuche diverser Terroristen-Fraktionen nie unterbunden. Das Schicksal regierungstreuer Zivilisten interessiert die Türkei anscheinend nicht.

Humanitäre Belange werden angeführt, sobald die syrische Armee ein strategisches Gebiet von Terroristen befreien will. Jedoch hört man die AKP-Regierung nie über die syrische Bevölkerung sprechen, die die syrische und russische Armee mit offenen Armen empfängt sobald sie von NATO-gestützten Söldnern befreit wurde.

Weshalb zeigen die türkischen Medien nicht die Bilder und Zeugenaussagen von zehntausenden von Syrern, die heilfroh sind das die SAA nie aufgegeben hat und die allesamt von der Barbarei der Jihadisten berichten.

Stattdessen vertritt die Türkei die Meinung und das Narrativ der Terroristen-Gruppierungen. Idlib was mittlerweile auf Twitter  unter der Bezeichnung  #idlibstan geführt wird, ist ein schrecklicher Ort. Mit einem kleinen Beispiel wird das gesamte Leid und die salafistisch-wahabitische Unterdrückung veranschaulicht. Schauen sie sich die zwei Fotos unten an. Links eine Graduierungsfeier weiblicher Studenten in dem freien Syrien, rechts eine Graduierungsfeier weiblicher Studenten in Idlib. Entscheiden sie selbst.

Verf.R.R.

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