Washington setzt weiter auf Konfrontation mit dem Iran!

Die Vereinigten Staaten sind seit ihrem unilateralen Ausscheiden aus dem JCPOA-Atomabkommen auf Eskalation mit dem Iran aus. Der Konfrontationskurs Washingtons vis a vis Teheran nimmt allmählich gefährliche Züge an, und weckt böse Erinnerungen an die Vorzeichen jedweden US-Krieges im Nahen Osten. Die Amerikaner gehen im Vorfeld jeglicher Militärintervention nach demselben “subtilen Muster” vor. Zunächst wird die Masse darauf konditioniert, das für den Regime-Wechsel auserkorene Land mit Furcht und Missachtung zu betrachten. Hierfür kommen die korporativen Medien ins Spiel, die in einer schieren Endlosschleife dämonisierende Fabeln und Halbwahrheiten ausspucken, die den “Schurkenstaat” als die Wurzel allen Übels porträtieren, die es mittels eines Umsturzes zu entfernen gilt.

Simultan verhängen die USA Wirtschaftssanktionen über den anvisierten Staat, um die Bevölkerung aufzurühren und Unruhe zu stiften. Gegen das “Regime” gerichtete Proteste werden unterwandert, und in Gewalt umgemünzt um Reaktionen von Sicherheitsbehörden hervorzurufen, die von Mainstream-Medien als “Unterdrückung und Repressalien” porträtiert werden.

Glückt die Infiltrierung werden fortlaufend Terroristen nachgeschoben, die kontinuierlich das Land zersetzen, bis die Regierung des Landes überfordert ist, das Weite sucht oder liquidiert wird. Sollte sich der Abgang der Regierung nicht realisieren lassen, nutzt man das Machtvakuum zu seinem Vorteil und lässt “unkontrolliert” weitere Terroristen aus dem Boden schießen, die wiederum zum Vorwand genommen werden um selbst zu intervenieren und eine schleichende Besatzung einzuleiten.

Unter dem Deckmantel von Revolutionen entfalten sich endlose Kriege. Der Trump-Administration wird es schwer fallen, mittels üblicher Sanktionen den erwünschten Regime-Change im Iran zu erwirken, und kämpft daher mit härteren Bandagen. Neben der am 4.August fälligen Verschärfung der bestehenden und Reaktivierung weiterer Sanktionen, übt Washington Druck auf seine NATO-Vasalen aus, denen Geschäftsbeziehungen zum Iran von nun an teuer zu stehen kommen sollen.

Ferner beabsichtigen die USA die Erdöleinnahmen des Irans vollständig einzudämmen. Die diesbezüglichen Sanktionen sollen zu Beginn des Novembers in Kraft treten. Wie sich diese gestalten sollen, ist nach bisherigem Kenntnisstand noch unbekannt.

Dennoch ist davon auszugehen das Washington die “Alliierten” erpressen wird, die dem Iran Öl abnehmen. Teheran reagierte auf das Vorhaben der USA mit der Androhung die Strasse von Hormus im Persischen Golf zu blockieren. Durch das Nadelöhr im Golf wird täglich die größte Menge an Erdöl weltweit exportiert. Was die Trump-Administration umgehend zum Anlass nahm um anzukündigen, entschieden gegen die Intention Teherans vorgehen zu wollen und diese zu unterbinden.

Nach Irans legitimer Auffassung werden entweder alle erdölexportierenden Länder ihren Rohstoff an den Markt bringen, oder keine. Insbesondere diese Facette der Konfrontation Washingtons birgt eine Eskalation in sich. Worauf es die Lenker in D.C. letztlich wahrscheinlich abgesehen haben.

Der Persische Golf ist ein winziges Gewässer in dem sich etliche amerikanische und iranische Kriegsschiffe tümmeln, und dutzende Öltanker ein und ausfahren. Das Potenzial für Zusammenstöße und inszenierte False-Flag-Attacken ist allemal gegeben.

Der Vorfall im Golf von Tonkin kommt einem sofort in den Sinn. 1964 inszenierte die US-Armee im Auftrag Washingtons einen Angriff auf ein US-Kriegsschiff, und machte Nord-Vietnam für die Bombardierung verantwortlich. Was sich schließlich als eine Lüge herausstellte. Der nicht existente Angriff ist damals von den Amerikanern zum Anlass genommen worden, um sich direkt am Krieg in Vietnam zu beteiligen. Es wäre keine Überraschung wenn sich ein ähnliches Szenario im Persischen Golf zutragen würde. Aus heiterem Himmel wird ein US-Kreuzer oder Handelsschiff attackiert, und schlagartig befinden wir uns in einem weiteren angezettelten Krieg.

Auch die Propagandamaschinerie der USA schläft nicht. Der US-Außenminister, Mike Pompeo, verkündete kürzlich das Washington einen Farsi-TV-Sender ins Leben gerufen habe, der via des BBG-Netzwerks im Iran ausgestrahlt werden soll. Der Sender soll Iraner über “maligne” Aktivitäten ihrer Regierung informieren, und eine amerikanische Sichtweise iranischer Belange vermitteln. Sprich den Regime-Wechsel im Iran medial anfeuern. RT dazu:

Der Iran ist nicht darum verlegen entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen, und hat bereits seinen JCPOA-Vertragspartnern signalisiert, das wenn sie sich nicht in der Lage sehen den durch die US-Sanktionen ökonomischen Schaden zu kompensieren, Teheran aus dem Atomabkommen aussteige und die Urananreicherung auf höchstem Niveau ankurbeln werde.

Sollten die Erdöl-Sanktionen aus Sicht der Amerikaner ihren erwünschten Effekt haben, und NATO-Staaten stellen den iranischen Import ein, wird Teheran mit dem Rücken zur Wand stehen und sich dazu gezwungen sehen entsprechend zu reagieren.

Der iranische Präsident, Hassan Rouhani, ließ am vergangenen Sonntag einige Botschaften für die USA verlauten, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Rouhani hob hervor das der Frieden mit dem Iran, die Mutter aller Frieden sei, und Krieg mit dem Iran die Mutter aller Kriege.

Ferner merkte er an, das die Drohungen der USA das iranische Volk vereinen würden, und das der Iran gewiss Amerika besiegen würde. “Sie erklären dem iranischen Volk den Krieg, und sprechen Unterstützung für es aus? Sie sind überall in der Region verteilt. Merken sie sich ihre Aussagen,” so der iranische Präsident. Mit den Amerikanern in Verhandlungen zu treten, bedeute sich zu ergeben, fügte Rouhani hinzu.

Dies konnte der Narzisst Trump natürlich nicht auf sich sitzen lassen, und feuerte via Twitter zurück. Dabei wählte er ähnliche Worte wie gegenüber Nord-Korea und drohte  dem Iran Konsequenzen an, die in der Geschichte wenige Staaten erlitten hätten.

Der iranische Außenminister, Javad Zarif, zeigte sich unbeeindruckt von Trumps Drohgebärden und erinnerte den US-Präsidenten an die Geschichte der Iraner, die seit Jahrtausenden zugegen seien und den Untergang von Imperien gesehen hätten. Zarif beendete sein Statement mit denselben Worten wie Donald Trump. “Seien sie vorsichtig!”

Das von Washington inszenierte Säbelrasseln und die aktivierten Regime-Change Mechanismen, lassen keinen Raum mehr für Spekulationen. Die USA streben eine militärische Konfrontation mit dem Iran an! Man braucht nicht prophetisch veranlagt sein, um zu verstehen das die Amerikaner es nicht auf Verhandlungen mit den Iranern abgesehen haben. Daher wird zu Maßnahmen gegriffen und Rhetorik angewandt, die der Diplomatie die Luft zum atmen nimmt.

Die dem Iran gewidmeten grotesken Behauptungen und Vorwürfe der USA die seit der Inauguration Trumps überhandgenommen haben, nehmen kein Ende. Was Teheran seit dem Erscheinen des US-Präsidenten dazu veranlasste, Verhandlungen mit dieser Administration kategorisch abzulehnen.

Der Punkt an dem kompromissbereite Verhandlungen möglich wären, ist längst überschritten. Oder besser gesagt solch eine Möglichkeit hat Washington mit seinem Konfrontationskurs nie in Erwägung gezogen bzw zugelassen. Ab November sollen die Sanktionen über den Iran voll zum tragen kommen. Wovon auch der Erdölsektor betroffen sein soll. Die USA scheinen es ernst zu meinen und werden eine Menge in die Waagschale werfen um letztlich an ihr Ziel zu kommen.

Verf.R.R.

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