Giuliani wirbt in Paris für den Regime Change im Iran, und es brechen umgehend gewaltsame Proteste im Land aus

Der Rechtsanwalt von Donald Trump und ehemaliger Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, war zu Gast auf einer in Paris stattfindenden Kundgebung des Nationalen Widerstandsrats des Irans (NCRI, MEK, MOK)  wo er verlauten ließ das das iranische “Regime” zeitnah kollabieren werde und “demokratische” Repräsentanten des NCRI die Macht in dem Land ergreifen sollten.

“Die Mullahs müssen gehen, der Ayatollah muss gehen und sie müssen von einer demokratischen Regierung ersetzt werden, welche Maryam Rajavi repräsentiert. Die Freiheit ist gleich um die Ecke. Ich will das im nächsten Jahr diese Kundgebung in Teheran stattfindet,” so Giuliani der hinzufügte das härtere Sanktionen letztlich die iranische Regierung in die Knie zwingen würden.

“Wenn die größte Wirtschaftsmacht die Geschäfte mit ihnen einstellt, dann kollabieren sie…und die Sanktionen werden größer, größer und größer.”

Ferner argumentierte das Europa sich schämen sollte da es an Geschäftsbeziehungen mit dem Iran festhalte:

“Jeder der denkt das die Ayatollahs ehrliche Menschen sind ist ein Narr. Sie sind Gauner und das ist was Europa unterstützt…Mörder und Sponsoren von Terrorismus. Anstatt die Möglichkeit zu ergreifen sie zu stürzen unterstützen sie sie,” so Giuliani .

Der ehemalige Bürgermeister New Yorks  ist nicht der einzige Weggefährte des US-Präsidenten der einen Regime-Change im Iran auf der jährlichen MEK-Konferenz in Paris propagierte. Im vergangenen Juli wohnte der republikanische Falke John Bolton der Konvention in Paris bei, wo er identische Töne wie Giuliani anschlug.

Die ökonomische Komponente die die iranische Regierung aus dem Amt jagen soll, ist besonders heuchlerisch von Giuliani hervorgehoben worden. Er brächte diesbezüglich Verständnis für das iranische Volk auf, das besonders unter dem wirtschaftlichen Druck leide der aus den US-Sanktionen resultieren würde. Dennoch so Giuliani, sei es ein Preis den die Iraner für einen Regime-Change bereitwillig sind zu zahlen.

Interessant anzumerken ist das “zufälligerweise” an dem Wochenende der Pariser-MEK-Konferenz gewaltsame Proteste in iranischen Städten entbrannten. In den sozialen Medien heizten diverse Accounts die gewaltsamen Proteste an, und verbreiteten Gerüchte von Gewaltaktionen durch die staatlichen Behörden. Ein Twitter-Account stach besonders hervor mit seiner Gewalt verherrlichenden Rhetorik und Anstachelung. Der User Babak Taghvae schrieb wie folgt:

“Laut einem lokalen Journalisten aus Korramshar haben die Angreifer lediglich ein Sturmgewehr von der IRGC-Spezialeinheit der Islamischen Regime-Polizei erbeutet. Das Gewehr hatte nur 4 bis 5 Kugeln im Magazin und wurde nachdem dieses Video gefilmt wurde auf der Strasse liegen gelassen.”

Und so zieht sich das durch alle unten aufgeführten Tweets. Entweder sei die iranische Regierung für die Gewalt verantwortlich um die “friedlichen” Protestler schlecht aussehen zu lassen, oder Gewehre werden nach 5 abgefeuerten Kugeln “friedlich” auf der Strasse entsorgt.

 

Die zwei unter US-Einfluss stehenden Hauptlager die lieber heute als morgen den Sturz der iranischen Regierung sehen würden, sind die Anhänger und Familienmitglieder des im Exil verstorbenen Schahs Reza Palavi, zu dem der oben erwähnte Twitter User sich zählt, und die MEK.

Der Letztere war an dem Sturz des Schahs in den späten 1970. Jahren beteiligt, und mutierte während der islamischen Revolution zu einer Terroristen-Fraktion die mit Gewalt die Macht an sich reißen wollte. Die MEK oder Mudschaheddin el Kalq (Volksmodschaheddin) verübte in den ersten Jahren der Revolution mehrere Attentate auf iranische Führungspersönlichkeiten, und paktierte während des ersten Golfkriegs (1980-1988) mit dem irakischen Diktator Saddam Hussein.

Die 1981 im Iran verbotene “Oppositionsbewegung” soll tausende Menschenleben auf dem Gewissen haben, und wurde 2012 von der US-Terrorliste entfernt. Seither steigerte sich die offenkundige Unterstützung der MEK durch neokonservative US-Politiker. Die Trump-Administration macht keinen Hehl aus ihrem Plan für einen Regime Change im Iran, und hat laut Giuliani seine politische Marionette bereits auserkoren. Maryam Rajavi die in Paris im Exil lebende politische Leitfigur der Volksmodschaheddin, soll offenbar nach der Auffassung Washingtons die politische Führung im Iran übernehmen.

Die im Iran ansässigen verdeckten Elemente der MEK werden nach Belieben aktiviert um auf Protesten Gewalt auszuüben, die Reaktionen iranischer Sicherheitsbehörden bewirken sollen. Die darauffolgende mediale Verbreitung von angeblichen Zerschlagungen friedlicher Proteste durch die iranische Polizei etc, geben den Staatsführern westlicher Staaten Gesprächsstoff zur Fütterung des Regime-Change Narrativs. Gewissenhaft kann man prognostizieren das die aufrührerischen Vorfälle im Iran zunehmen werden, da Washington permanent auf den Sturz der iranischen Regierung erpicht und seine “Demokratiemacher-Maschinerie” bereits in Gang gesetzt hat.

Alle Staaten die im Höllenschlund des arabischen Frühlings verschlungen wurden, sind unter dem Deckmantel einer “friedlichen Revolution” infiltriert worden. Die romantische Darstellung Rudy Giulianis von einem “demokratischen” Iran das nach dem Sturz der “Ayatollahs” prosperierend aufblühen wird, ist reines Wunschdenken. Giuliani weiß das bevor es “schön” wird, erstmal hässlich werden muss. Man muss nur einen Blick auf Syrien und Libyen werfen und kann sich ausmalen was sich im Iran bei einer vom Westen dirigierten terroristischen Infiltration abspielen wird. Und im Iran würde es noch viel schlimmer werden!

Die USA sind bereits im ersten Golf-Krieg daran gescheitert, die iranische Führung abzusetzen. Acht Jahre dauerte der vom Nachbarn  angezettelte Krieg, bei dem die USA dem irakischen Machthaber Saddam Hussein tatkräftig unterstützten. Ohne einen Krieg wird die jetzige Regierungsform des Irans nicht ersetzt werden, das ist den kriegstreibenden Organen in Washington bewusst. Und darauf soll es letztlich hinauslaufen. Endlose Kriege stehen auf der Agenda des Pentagons, das dafür Sorge zu tragen hat das der militärische industrielle Komplex reichlich Aufträge zugeschustert bekommt.

Verf.R.R.

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