Ben Rhodes räumt ein das die Obama-Administration Jihadisten in Syrien bewaffnete

Mehdi Hassan von the Intercept führte jüngst ein Interview mit Ben Rhodes, dem ehemaligen stellvertretenden nationalen Sicherheitsberater des US-Präsidenten Barrack Obama, das aufgrund des brisanten Inhalts kaum Beachtung im Mainstream fand, wie das alternative Nachrichtenportal Zero-Hedge miteilte. Der eigentliche Anlass des Gesprächs war das jüngst publizierte Buch von Rhodes mit dem Titel “The World as it is – Inside The Obama White House”.  Das Portal hob hervor das dies das erste mal sei, das ein großes Medienunternehmen einen hochrangigen Amtsträger der Obama-Administration darum gebeten habe, bezüglich der Unterstützung von Jihadisten in Syrien Stellung zu nehmen.

Für die US-Öffentlichkeit wird das Narrativ aufrechterhalten, das die angebliche Zurückhaltung der Obama-Administration in Bezug auf den Konflikt in Syrien ein ausschlaggebender Grund für die Eskalation gewesen sei. Wenn die Ausgangsjahre des Syrien-Konflikts thematisiert werden,  porträtieren US-Amtsträger und korporative Medien, den damaligen US-Präsident als zu neutral. Wie neutral war die Obama Administration wirklich? Wie viel wurde zu dem Status Quo beigetragen?

Mehdi Hassan schlägt während des Interviews in die gleiche Kerbe und löchert Ben Rhodes bezüglich der ausufernden Unterstützung und Bewaffnung von Jihadisten in Syrien während der Obama-Ära. Rhodes räumte zwar die Mittäterschaft der USA für einen Augenblick ein, wälzte jedoch die Schuld auf US-Vasalen wie Saudi-Arabien und die Türkei ab.

MH: Haben sie zu viel in Syrien interveniert? Die CIA hat nämlich mit Hunderten Millionen von Dollar Anti-Assad-Rebellen bewaffnet und unterstützt. Wie sie wissen gelangten eine Menge der Waffen letztlich in die Hände von Jihadisten-Gruppierungen, sogar einige in die Hände der ISIS. Ihre Kritiker würden sagen sie hätten den Stellvertreter-Krieg in Syrien verschlimmert; sie hätten den Konflikt verlängert; letztendlich unterstützten sie Jihadisten.

BR: Nun was ich in dem Buch versuchte aufzuwerfen ist, das all die Voraussagungen bezüglich Syriens nicht zu dem tendierten was man erwartete, Mehdi, doch der Gedanke das wir militärisch agieren sollten schon.

MH: Ja

BR: In dem Buch versuche ich auf die Jahre 2011 und 2012 zurückzublicken. Ob es damals ein diplomatisches Fenster gab, das wir verpasst haben oder dessen Schließung wir beschleunigten, indem wir darauf beharrten das Assad gehen müsse- was sich offensichtlich wie ich denke zutragen sollte. Ich denke Assad war stets eine schreckliche Führungspersönlichkeit für Syrien, und das er die syrische Bevölkerung verroht hat- Gab es eine diplomatische Initiative die unternommen werden könnte, um den Bürgerkrieg abzuwenden oder zumindest das Ausmaß zu verringern? Denn was sich letztlich einstellte ist das wir wahrscheinlich zu optimistisch gewesen sind, das nachdem Mubarrak ging und Ben Ali und schließlich Saleh und Gaddafi, eine Lage vorliegen würde das Assad ebenfalls abtreten würde. Ferner bezogen wir nicht ein welche Unterstützung er von Russland und dem Iran erhalten würde, gepaart mit seinem eigenen Nihilismus, und wie dies sein Überleben garantierte. Deshalb blick ich auf diese potenzielle verpasste diplomatische Gelegenheit zurück.

Bezüglich der Unterstützung der Opposition weiß ich nicht ob ich uns so viel zuschreiben würde. Es gibt ein Haufen von Personen die Waffen nach Syrien bringen, alle Arten von-

MH: Ach kommen sie schon, sie koordinierten doch eine Menge der Waffen. Sie wissen das die USA tief in den Krieg involviert waren mit den Saudis, den Kataris und den Türken.

BR: Darauf wollte ich hinaus. Türkei, Saudi-Arabien, Qatar

MH: Sie steckten ebenfalls tief mit drin.

BR: Jaa, Dennoch ist es eine Tatsache das als die Sache zu einem konfessionell basierenden Konflikt ausartete in dem die verschiedenen Seiten um ihr vermeintliches Überleben kämpfen, wir die Fähigkeit nicht aufbringen haben können diese Art von Lage zu beenden, und ein Teil mit dem ich in dem Buch ringte sind die Grenzen unserer Fähigkeiten den Hebel zu ziehen um diese Art von Tötungen zu stoppen sobald sie im Gange sind. Deshalb blicke ich immer noch auf das anfängliche sich öffnende Fenster. Ich beschreibe auch das es einen Hauch von Absurdität hatte, das wir über Optionen zur militärischen Unterstützung für die Opposition debattierten, während wir uns dazu entschieden die Al-Nusra, ein Großteil dieser Opposition, als Terroristen-Organisation einzustufen. Also bestand eine gewisse Schizophrenie in der sich in Syrien zuspitzenden US-Politik.

MH: Das ist ein sehr gutes Wort, um spezifisch die Syrien-Politik zu beschreiben.

Rhodes räumt letztlich ein das die Al-Nusra (Hayat Tahrir al-Sham, Al-Qaida) schon damals die Phalanx der oppositionellen Kräfte in Syrien war. Die gleichen Kräfte die bis dato “moderat” geschimpft werden. Die Theorie von den Anti-Assad Rebellen ist ein präsentes Element des anti-syrischen Narrativs. In Realität existieren keine “moderaten Rebellen”in Syrien, sondern ausschließlich Terroristen-Gruppierungen mit diplomatischer und medialer Rückendeckung. Die tausenden Akronyme und Bezeichnungen für die diversen Fraktionen, sollen dem außenstehenden Beobachter den Durchblick nehmen.

Dabei ist es ganz simpel. Egal ob FSA, Al-Nusra, Daesh, ISIS, Ahrar al-Sham, Jaish al-Islam etc. Alle stecken unter einer Decke und machen gemeinsame Sache. In allen syrischen befreiten Gebieten stießen investigative Journalisten auf handfeste Beweise für eine Fusion aller Terror-Vereinigungen. Ob Aleppo, Damaskus oder Homs. Was die befreiten Städte und Ortschaften stets primär aufweisen ist, das die Gruppierungen allesamt der gleichen Ideologie angehören, und die gleiche Regime-Change-Agenda verfolgen. Dazu kommt das ehemalige ISIS und Al-Qaida Kämpfer gegebenenfalls in die Uniform der Freien Syrischen Armee (FSA) schlüpfen und umgekehrt. Diese Rochaden sind allgegenwärtig und sorgen für Ausgleich falls Not am Manne unter Terroristen-Kreisen besteht. Selbst die vom Westen vergötterten White Helmets verfahren nach demselben Muster. Nach dem Motto tagsüber Ersthelfer und nachts ein Terrorist.

Der klägliche Versuch von Ben Rhodes die Rolle der USA herunterzuspielen und auf US-Alliierte als Hauptader für die Eskalation hinzuweisen ist realitätsfern. Wer sich mit dem Konflikt in Syrien wirklich auseinandersetzt, der hat bereits seit dem Ausbruch verinnerlicht das die Amerikaner die leitende Kraft der terroristischen Elemente in Syrien sind, und regionale Stellvertreter konsultierten um gewisse Aufgaben zu übernehmen die das Land ins Chaos stürzten. Die Zuständigkeitsbereiche der US-Vasalen variierten. Geldkanäle, Trainingslager, Bewaffnung, Ausrüstung und der internationale Transfer von Terroristen. Die Zutaten für den Sturz der syrischen Regierung wurden von allen akkreditierten US-Stellvertretern beigegeben, und die USA waren von Anfang an der Chefkoch.

Verf.R.R.

 

 

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