In Videos: Die Schlacht um die strategische Hafenstadt Hodeida

Die am 13.Juni eingeleitete Großoffensive der saudi-geführten Koalition zur Eroberung der jemenitischen Hafenstadt Hodeida, setzt sich wie gehabt fort. Die von französischen Spezialkräften begleiteten Stellvertreter der Koalition sind inzwischen in den Flughafen von Hodeida eingerückt, und sollen bereits vorgestoßen sein um die Stadt einzunehmen. Diese Bemühungen werden von massiven Luftschlägen und Artilleriefeuer der Koalition unterstützt, wie Southfront mitteilte. Diesbezüglich berichtete der iranische Nachrichtensender PressTV unter Berufung auf Einwohner von Hodeida, das trotz der Warnungen internationaler Hilfsorganisationen die Apache-Helikopter der saudi-geführten Koalition in der am Flughafen anliegenden Manzar-Ortschaft, Schulen und Wohnhäuser unter Beschuss nehmen würden.

Stimmen aus US-Regierungskreisen und dem saudischen-Königshaus behaupten das die in Hodeida ansässigen Huthi-Rebellen mittels des strategischen Hafens, an iranische Waffenlieferungen gelangen würden. Was kategorisch von den Huthis abgestritten wird. Und bei genauerer Betrachtung der Situation mit dem Hintergrundwissen das Saudi-Arabien 2015 eine Luft, See und Landblockade über das Land verhängte und dabei von anglo-amerikanischen Kräften unterstützt wird, ist es kaum vorstellbar das ballistische Raketen aus dem Iran im Jemen eintreffen, wenn kaum Nahrungsmittel und Medikamente das Land erreichen.

Die durch die Blockade und die Zerstörung von Infrastruktur ausgelöste und grassierende Cholera-Epidemie und Hungersnot im gesamten Land wird in den korporativen Medien lediglich als Randnotiz vermerkt. Hier kommt wahrscheinlich die Theorie der “guten Bomben” zum tragen wie die Bild es ausdrückte:

 Als Symbol für Machtausübung gibt es selbstverständlich gute und böse Bomben, und es gab sie auch schon immer. Bomben sind deutlich besser in den Händen jener aufgehoben, die sich Wahlen stellen, Gesetze achten und von einer freien Presse kontrolliert werden (zum Beispiel Obama), als in den Händen von Despoten, die auf Kritik mit Gewalt und Unterdrückung reagieren und niemandem Rechenschaft schuldig sind (zum Beispiel Putin).

Amerikanische Nuklearwaffen waren immer schon besser als russische (oder pakistanische oder chinesische), weil sie von Politikern kontrolliert werden und wurden, die deutlich mehr Achtung für menschliches Leben und den Willen ihrer Wähler haben.

Eben diese kognitive Dissonanz ist der Auslöser für die westliche Arroganz die sich von dem amerikanischen Exzeptionalismus ableitet. Die gleiche Bild lamentiert über die Gewaltausübung von in Deutschland ansässigen Flüchtlingen, und befürwortet Obamas “gute Bomben” die Libyen in ein Höllenloch verwandelten, aus dem Hunderttausende Flüchtlinge nach Europa ausschwärmen. Die “gute” Uranmunition der USA hat Falujah im Irak zu einer Stadt transformiert, die die meisten Missgeburten zur Welt bringt. Das “gute” Agent-Orange bewirkte ähnliches im Vietnam-Krieg. Gute Bomben halt wie die Bild meint.

Aus der Sicht der Huthis hat man einen Schwachpunkt in der Strategie des militärisch überragenden Gegners entdeckt. Die Versorgungslinien der Koalitionskräfte sind offenbar extrem überdehnt, was den Huthis die Gelegenheit bietet den Nachschub für die saudi-gestützten-Kämpfer in Hodeida abzuschneiden. Ein Sprecher der Huthi-Rebellen äußerte gegenüber dem libanesischen TV-Sender Al-Mayadeen-TV das 160 Kämpfer der saudisch-gestützten-Koalition gefangen genommen worden seien, wie das Nachrichtenportal Southfront mitteilte. Aufgrund der rigorosen Luftschläge der Koalition fliehen derweil tausende Einwohner aus Hodeida. Aber hey, wir sprechen doch von “guten Bomben”!

 

Verf.R.R.

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