Das “Babtschenko” Szenario !

Am 30.Mai begann der Tag mit einem medial gleichgeschalteten Sturm, bezüglich der angeblichen Ermordung des in der Ukraine ansässigen Kreml kritischen Journalisten, Arkadi Babtschenko. Wie gehabt zog der Westen seine Schlüsse mit dem Fingerzeig auf Moskau, ohne Zeit für eine Untersuchung ins Land ziehen, oder objektiven Vorbehalt walten zu lassen. Die korporativen Medien stürzten sich raffgierig auf die Story die zwei Wochen vor der Fußball-WM die perfekte Möglichkeit zu bieten schien die Dämonisierungsmaschinerie erneut anzuschmeißen, um Moskau ins schlechte Licht zu rücken. Kurzum hieß es Russland habe einen weiteren Kreml-Kritiker eliminiert. Laut RT hatten diverse EU-Politiker, deutsche Medien und der Deutsche Journalistenverband bereits auf Moskau als Täter verwiesen.

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Der für einige Stunden totgeschriebene Babtschenko tauchte dann überraschenderweise auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Nachrichtendienst SBU auf. Sputnik dazu:

Am Dienstag wurde in Kiew mitgeteilt, dass der russische Bürger Babtschenko, der seit 2017 für den krimtatarischen TV-Sender ATR in der ukrainischen Hauptstadt arbeitete, vor seiner Wohnung hinterrücks erschossen worden sei. Am Mittwoch erschien der „Tote“ wohlgelaunt bei einer Pressekonferenz im ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU. Seine „Tötung“ sei inszeniert worden, um die Drahtzieher eines echten Attentats zu stellen, sagte er.

Der ukrainische Geheimdienst SBU erläuterte sein Täuschungsmanöver im folgendem. RT berichtete:

Der Leiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU, Sergey Gritsak, berichtete auf einer heute einberufenen Pressekonferenz, dass der SBU Informationen über einen geplanten Attentatsversuch auf den Journalisten vorgelegen hätten und sie die Ermordung fingierten, um das eigentliche Attentat zu verhindern.

Die Zeit schilderte die Angaben Gritsaks etwas ausführlicher :

Die Inszenierung sei Teil einer über Monate vorbereiteten Operation gewesen, um einen tatsächlich geplanten Anschlag auf Babtschenko zu vereiteln: “Wir haben einen Mordanschlag auf Babtschenko mit einem Spezialeinsatz verhindert.” Russische Spezialkräfte hätten den Tod des Reporters in Kiew angeordnet, sagte Grizak. Dafür sei ein Auftragsmörder angeheuert worden, dem von den Hintermännern 30.000 US-Dollar in Aussicht gestellt worden seien. Für einen Mittelsmann habe es 10.000 Dollar gegeben, sagte Grizak. Der mutmaßliche Organisator sei in Haft genommen worden und werde vernommen.  

Der mutmaßliche Organisator von dem im Auszug der Zeit die Rede ist, ist der Direktor einer nicht staatlichen Waffenfirma. Sputnik dazu:

Nach dem vorgetäuschten Mord an Arkadi Babtschenko in Kiew hat der ukrainische Geheimdienst SBU einen Mann festgenommen, der in Moskaus Auftrag ein echtes Attentat auf den russischen Journalisten sowie die Ermordung von weiteren 30 Personen geplant haben soll. Es handelt sich um den Chef einer Waffenfirma, die auch die ukrainische Armee beliefert.

Der Verdächtige Boris German, Direktor der nicht staatlichen ukrainisch-deutschen Waffenfirma Schmeisser, wurde am Donnerstag für zwei Monate in U-Haft genommen, wie in Kiew offiziell mitgeteilt wurde.

Die ukrainischen Behörden imitierten ihre westlichen Pendants und legten einfach keine Beweise für ihre bodenlosen Behauptungen vor. Sogar die Mainstream-Medien mussten dies zähneknirschend hinnehmen, und merkten an das Kiew keinen Nachweis für die angeblich russisch geplante Tat vorliegen habe. Der Spiegel diesbezüglich:

Bisher haben die ukrainischen Sicherheitskräfte keine Beweise dafür vorgelegt, dass es Russland war, das den Auftrag gab, den kremlkritischen Journalisten Babtschenko und weitere russische Staatsbürger in der Ukraine ermorden zu lassen. Der Öffentlichkeit wurden Aufnahmen der Informationen über Babtschenko präsentiert, die der Organisator des Mordes namens B. L. German vorliegen hatte: Passdaten und -fotos, die laut der Ukrainer nur von staatlichen Stellen Russlands stammen können; ob das so ist, lässt sich kaum nachprüfen.

Zudem wurden zwei Videos veröffentlicht: Das eine soll die Festnahme von German zeigen, der für einen Waffenhersteller tätig war und nun wegen Terrors angeklagt wurde, das andere die sehr verwackelte Geldübergabe an den Auftragsmörder, der mit den Behörden kooperierte.

Viel Lärm um nichts. Wie so oft wenn es um anti-russische Propaganda geht. Das  anhand von Effekthascherei amateurhafte und provokant inszenierte Täuschungsmanöver, scheiterte nach Auffassung diverser Beobachter und Experten. Die Feststellung das der Schuss nach hinten losgegangen ist, ist durchaus angebracht. Nichtsdestotrotz zelebrierte die illusionierte Ukrainische Führung die Inszenierung als Erfolg. Der Spiegel dazu:

Präsident Petro Poroschenko lobte die Arbeit der Sicherheitsbehörden – er ließ sich noch am Mittwochabend mit Babtschenko filmen, den er überschwänglich umarmte. “Wir haben endlich gelernt, uns zu schützen, unser Land zu schützen und unsere Bürger. Unser neu formierter Geheimdienst macht das professionell. Er besteht auch die schwersten Prüfungen”, erklärte der ukrainische Staatschef. Es klang wie eine Werbung in eigener Sache.

Moskau wies nach dem Abklingen des SUB-Babtschenko Medienspektakels die Öffentlichkeit auf die eigentlichen Hintergründe der inszenierten Tat hin, die ähnlich wie im Falle der Skripals eine Solidaritätsbekundung westlicher Staaten hervorrufen,  und letztlich eine neue Lawine von Sanktionen lostreten sollte. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, ließ in Bezug auf Babtschenko via Facebook verlauten das er zu bemitleiden sei und Glück gehabt habe, noch am Leben zu sein. Ferner bemerkte sie das sich Kiewer Sicherheitsbeamte für die Solidarität mit der Ukraine ausgesprochen haben sollen. Sputnikdiesbezüglich:

„Nach dem aufgeführten Fernseh-Spektakel zu urteilen, hat er (Babtschenko) nicht einmal begriffen, was man mit ihm gemacht hatte. Er glaubte im Ernst (…), dass er sich selbst rettete und parallel dazu eine große Tat vollbrachte, die womöglich auch so manchen Gewinn bringen würde“, schrieb Sacharowa am Donnerstag auf Facebook. Die Geheimdienste hätten den Journalisten gerade in diesem Ton beeinflusst und dann in grober Weise für eigene Zwecke ausgenutzt und damit zu ihrer Geisel gemacht.

Laut Sacharowa darf man Babtschenko nicht rügen, sondern müsse ihn „bemitleiden und sich darüber freuen, dass er Glück hatte und am Leben ist“.

Die Geschichte mit der „Ermordung“ sei nach dem wohl bekannten „weltweit üblichen“ Muster geschneidert worden, so Sacharowa weiter.

„Damit lassen sich auch die Worte über die ‚Solidarität‘ mit der Ukraine erklären, die Kiewer Sicherheitsbeamte bedeutsam in der Hoffnung ausgesprochen haben, eine weitere Runde der Ausweisung russischer Diplomaten oder etwas in dieser Art durchsetzen zu können.“

Das sich die Ukraine mit dieser Aktion selbst ins Knie geschossen hat, und damit ihre ohnehin kaum existente Reputation und Glaubwürdigkeit letztlich beisetzt, ist offenbar zweitrangig. Jedenfalls ist das inszenierte Täuschungsmanöver auf heftige Kritik seitens Reporter und Journalisten gestoßen, die die ukrainischen Behörden und Babtschenko aufs schärfste verurteilten. Die Zeit dazu:

 

Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen zeigte trotz der Freude über Babtschenkos Gesundheit kein Verständnis für das Vorgehen der ukrainischen Behörden. Der Generalsekretär der Organisation, Christophe Deloire, schrieb, die Inszenierung des Geheimdiensts sei ein “neuer Schritt im Informationskrieg”. Es sei immer sehr gefährlich, wenn eine Regierung mit der Wahrheit spiele – insbesondere wenn dafür Journalisten benutzt würden.

 Ähnlich äußerte sich der russische Investigativ-Journalist Andrej Soldatow: “Ich bin froh, dass er lebt, aber er hat der Glaubwürdigkeit der Journalisten und der Medien weiteren Schaden zugefügt.” Der Chefredakteur der russischen Zeitung Moskowski Komsolez, Pawel Gussew, sagte, das sei “nicht nur eine Provokation gegen Russland. Das ist auch eine Provokation Babtschenkos gegen die ganze Journalistenzunft”.
Wer seine Glaubwürdigkeit eigenhändig untergräbt, der darf sich als Staat nicht wundern das sein Ansehen darunter leidet. Das Poroschenko Kabinett ist ohnehin eine rechtsradikale russophobe Schar von Nazi-Sympathisanten, denen aufgrund verbreiterter Animositäten vis a vis Moskau, gestattet ist die NATO-Bauernopfer an der russischen Grenze zu mimen, was sie offensichtlich mit Stolz erfüllt. Im Falle der Skripals hat man wenigstens noch den Anschein erwecken lassen, es habe wirkliche Opfer gegeben. Die Inszenierung um Babtschenko wirkt auf Beobachter und Sachverständige wie eine fehlgeschlagene Geheimdienstaktion, die im letzten Moment ihre Schadensbegrenzung ersuchte.
Die Erklärung der ukrainischen Behörden das Babtschenko als eine Art Lockvogel eingesetzt worden sei, um an die Hintermänner eines geplanten Attentats zu gelangen, will sich nach logischer Betrachtungsweise einem einfach nicht erschließen. Der Grund dafür ist die medial aufgeblasene Schuldzuweisung für einen Mord, der eigentlich nicht geschah. Wozu das ganze Tamtam? Warum Babtschenko als ermordet präsentieren, wenn zu diesem Zeitpunkt angeblich bereits feststand wer dahinter steckte? Der ukrainische Geheimdienst hat ja nach eigenen Angaben den vermeintlich angeheuerten Auftragskiller, in irgendeiner Form unter Kontrolle gehabt. Also zu welchem Zweck diente dieses mediale Theater? Ferner behauptete der SUB das der vermeintliche Auftragsmörder die Geldübergabe erfolgreich über die Bühne gebracht habe. Dies wäre für den Geheimdienst der eigentliche Zeitpunkt gewesen um zuzuschlagen. Der Fall wäre erledigt! Also warum daraufhin die Ermordung Babtschenkos vortäuschen und in den Medien verbreiten? Um an die Hintermänner zu gelangen? Diese müssten doch mindestens seit der besagten Geldübergabe längst identifiziert worden sein.?! Das gesamte Szenario ist als Teil der anti-russischen Desinformationskampagne zu werten, die sich nicht nur qualitativ in einer Abwärtsspirale befindet, sondern auch ethisch und moralisch.
Verf.R.R.

 

 

 

 

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