War die Sprengung des nordkoreanischen Atomtestgeländes nur ein hingeworfener Knochen für die USA?

Das alternative Nachrichtenportal Zero-Hedge thematisierte in einem Artikel die medial groß aufgemachte Sprengung des nord-koreanischen Atomtestgeländes, Punggye-ri, die inmitten der Achterbahnfahrt auf der koreanischen Halbinsel überwiegend als Geste des guten Willens interpretiert wurde. Das Portal erläuterte das das besagte Gelände, nach dem letzten Atomtest im September 2017 ohnehin ausgedient habe. N-TV berichtete im November 2017.

Seit Jahren testet Nordkoreas Führung in Punggye Ri nukleare Waffen – nun soll durch die Detonationen ein Tunnel des Geländes eingestürzt sein. Einem Medienbericht zufolge sterben dadurch mehr als 200 Menschen. Das Testgebiet soll instabil sein.

In Nordkorea sind bei einem Tunneleinsturz nach dem letzten Atomtest einem japanischen Fernsehsender zufolge möglicherweise mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Bei einem ersten Einsturz auf dem Testgelände Punggye Ri um den 10. September herum habe es etwa 100 Tote gegeben, berichtete der Sender TV Asahi unter Berufung auf mit dem Vorfall vertraute Personen. Ein zweiter Einsturz während der Rettungsarbeiten könnte weiteren 100 Menschen das Leben gekostet haben. Bestätigungen für den Bericht gab es nicht.

Experten zufolge haben eine Reihe von Erschütterungen dazu geführt, dass die Region um das Testgelände durch den bislang stärksten Atomtest am 3. September instabil wurde. Möglicherweise würden dort keine weiteren Versuche mehr gestartet. Nach mehreren Raketen- und Atomtests Nordkoreas hatten sich die Spannungen in der Region sowie zwischen dem international isolierten Landes und den USA verschärft.

Infolge des Tunneleinsturzes in Punggye-ri kam es zu drei kleineren Erdbeben in der umliegenden Region, die Kim Jong-UN suggeriert haben sollen das das Atomtestgelände instabil geworden sei. Demnach habe er bereits damals die Entscheidung getroffen, die Einrichtung einzudämmen, so Zero-Hedge.

Weiter hieß es in dem Artikel unter Berufung auf einen RT-Journalisten der der Sprengung von Punggye-ri beiwohnte, das die gesamte Infrastruktur des Geländes, inklusive Barracken und Sicherheitscheckpoints durch die Explosionen vernichtet worden seien. Der RT-Journalist Igor Zhdanov deutete in seinem Bericht an, das die Gebäude vor ihrer Demontage entleert, und die Geräte entsorgt worden seien, jedoch dies nicht verifiziert werden könne. Die russische Nachrichtenagentur Ruptly TV veröffentlichte kürzlich ein Video das die Demontage von Punggye-ri veranschaulicht.

Zero-Hedge zufolge gäbe es eine Sache die wenig Beachtung bekommen würde, und verwies diesbezüglich auf einen Bericht von der britischen Tageszeitung the Telegraph, aus dem hervorgeht das Nord-Korea wahrscheinlich bereits einen Nachfolger für Punggye-ri gefunden habe. Laut dem Blatt habe Nord-Korea die abgelegene Provinz Chagang als “Speziale Revoluzionäre Songun (Militär vorrangig) Zone” ausgewiesen, was nahelegen würde, das die Region einmal als Ableger des ausgedienten Atomtestgeländes fungiere. Der Telegraph wörtlich:

“Beamte des Ministeriums der Staatssicherheit wurden im April über die Ausweisung informiert, berichtete die in Seoul ansässige Tageszeitung NK, die eine hochrangige Quelle in Pjöngjang zitierte.

” Die Region soll angesichts der modernen Kriegsführung ein strategischer Standpunkt  für das Militär werden,” so die Quelle die hinzufügte das das Ministerium verordnet habe das “das Projekt ohne Probleme vorangehen muss, da Kim Jong-Un es aus Respekt vor dem Vermächtnis seines Vaters und seines Großvaters vollbringt.”

Die Chagang Provinz besteht zu 98% aus bergigem Gebiet und deckt über 6400 Quadratmeilen an der Grenze zu China ab. Was bedeutet das die Region menschenarm sei und ein geeignetes Gebiet für untergründige Waffendepots und Forschungseinrichtungen abgeben würde, so the Telegraph.

Nach Zero-Hedge habe der Süd-Koreanische Nachrichtendienst bereits 2013 davor gewarnt, das Kim Jong-Un angeordnet haben soll die hiesige Munitionsindustrie in den Untergrund zu verlagern, um sie vor Überwachung und Angriffen zu bewahren.

 

Die Welt ist seit geraumer Zeit mehrmals Zeuge von der Wortbrüchigkeit der USA geworden, die zumeist in Kriege und Krisen mündete. Das aktuelle Beispiel das man den Amerikanern nicht über den diplomatischen Weg trauen sollte, ist der unilaterale Austritt aus dem Atomabkommen mit dem Iran. Die seitens der USA über den Haufen geworfene Vereinbarung signalisiert den Nord-Koreanern, das das Bestehen multinationaler Abkommen abhängig von der Gemütslage einer neu-gewählten US-Administration ist.

Ferner lassen Anspielungen auf von Terroristen niedergestreckte Diktatoren, bei jedem zukünftigen Vertragspartner der Vereinigten Staaten die Alarmglocken läuten. Unentwegt Libyen und Nord-Korea in einem Atemzug zu nennen, war bestimmt nicht der bewährteste Vorstoß um Vertrauen zu gewinnen. Demnach ist es kaum verwunderlich das die oben beschriebenen verdeckten Aktivitäten, von der nordkoreanischen Führung vollzogen werden. Ist es nicht sicherer gegen die Amerikaner immer ein Aß im Ärmel zu haben? Ohne einen Vorrat an Massenvernichtungswaffen, ist man allem Anschein nach der Willkür der USA hilflos ausgeliefert. Ergo könnte die Sprengung des Atomtestgeländes ein vorgeworfener Knochen von Nord-Korea gewesen sein, der die Kompromissbereitschaft und Aufrichtigkeit der Vereinigten Staaten identifizieren sollte, ohne selbst an Stärke einzubüßen.

Sollte sich dies bestätigen wäre es ein intelligenter Schachzug Pjöngjangs, der sich nun auszahlt. Denn die USA sind nicht im geringsten dazu bereit militärische Abstriche zu machen die ein Fortbestehen der DPRK-Regierung garantieren. Warum sollte sich die nordkoreanische Führung in eine Ecke drängen lassen, aus der es kein Entrinnen mehr gibt? Schließlich stellt Washington fortlaufend unter Beweis, das entwaffnete Staaten dem Tode geweiht sind. Also erweist sich das vorsichtige Verhalten Nord-Koreas als logische Konsequenz aus Washingtons bellizistischer Haltung. Mit dem Frieden erpressen ist es so eine Sache. So stellte sich die Trump-Administration dies eigentlich vor, mit dem Hintergrundwissen das dies ein unmögliches Unterfangen ist.

Verf.R.R.

 

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