Trotz diplomatischer Spannungen florieren die Geschäfte zwischen der Türkei und Israel

Der durch das israelische Massaker an 60 Palästinensern entbrannte Krieg der Worte zwischen den jeweiligen Staatsoberhäuptern Israels und der Türkei, scheint nicht allzu große Auswirkungen auf die Geschäftsbeziehungen beider Länder zu haben.

Das online-Nachrichtenportal Al-Monitor (AlM) thematisierte in einem Artikel den öffentlich verbal ausgetragenen Disput zwischen dem türkischen Präsidenten,Recep Tayyipp Erdogan, und Israels Premier, Benjamin Netanyahu, und hob hervor das die tit for tat Maßnahmen eher symbolischen Charakter haben, und keinen wirklichen Bruch darstellen würden. Das Portal ging in dem Bericht auf den Tiefpunkt der Beziehungen zwischen Israel und der Türkei ein, als 2010 die israelische Marine eine türkische Flotille mit dem Ziel Gaza enterte, und 9 türkische Staatsbürger erschoss. Woraufhin 6 Jahre lang beide Länder auf diplomatische Repräsentanz in den jeweiligen Staaten verzichteten. Laut Al-Monitor habe Tel-Aviv damals bereits mehr Bereitschaft zur Auferlegung boykottierender Maßnahmen gezeigt, als Ankara.

Die Türkei ist eines der Hauptreiseziele für Israelis gewesen. Nach AlM besuchten im Jahr 2008 eine halbe Million Israelis die Türkei. Diese Zahl sei nach dem Flotillen-Vorfall dramatisch auf 79 000 gesunken. Im vergangenen Jahr sollen 380 000 israelische Bürger, die Türkei als ihr Urlaubsziel gewählt haben, hieß es. Nach dem jüngsten Zerwürfnis werde diese Zahl wahrscheinlich erneut einbrechen, so AlM. Infolge gegenseitiger Abbrüche diplomatischer Präsenzen, bei denen die Botschafter und Generalkonsuln beider Länder unter die Räder gerieten, ging Israel einen Schritt weiter und cancelte türkische Importe landschaftlicher Produkte. Ferner gab Tel-Aviv eine Reisewarnung an seine Bürger heraus, die besagte die Türkei zu meiden.

Dem Portal zufolge sei die Türkei allem Anschein nach aufgrund des Gaza-Massakers  ziemlich aufgebracht, doch gehe nicht so weit wie Israel. Ein von der Kurdisch Demokratischen Volkspartei im türkischen Parlament gestellter Antrag zur Suspendierung ökonomischer und kommerzieller Beziehungen mit Israel, ist von der AKP und Gesetzgebern abgewiesen worden.

Der Widerwille der AKP-Regierung konkrete Handlungen zu vollziehen die Israel wirklich treffen würden, bestätige das die harsche Rhetorik Erdogans und diverser türkischer Amtsträger hauptsächlich für den internen Konsum gedacht sei, so Al-Monitor. Die aufgrund der Besorgnis über wirtschaftliche Belange demütige und vorsichtige Haltung Ankaras gegenüber Washington, beschränke sich nicht nur auf die USA, so AlM. Ein Grund dafür sei die fortlaufende Bewegung von Öltankern zwischen der Türkei und Israel, hieß es in einem Bericht von Ahval-News. Vergangenen Monat sollen 1,5 Millionen Barrel vom Terminal im türkischen Ceyhan zum Hafen Ashkelon in Israel transportiert worden sein.

Das Portal TankerTrackers.com das die Bewegungen von Öltankern anhand von Satellitenbildern und GPS Daten ermittelt, stellte kürzlich fest das trotz der geopolitischen Spannungen, der Transit von Erdöl zwischen Israel und der Türkei am florieren ist. TankerTrackers überwachte diesbezüglich die Bewegungen eines Öltankers unter dem namen POLIEGOS der vom Hafen im türkischen Ceyhan mit dem angeblichen Zielort “OPL Port Said” ablegte, und wie üblich doch Ashkelon in Israel ansteuerte. Das Portal ließ verlauten das seitdem das diplomatische Zerwürfnis begann, es den ersten Transfer von über 1 Million Barrel identifiziert habe.

 

Nach dem Motto viel Lärm um nichts weiß Israel das Erdogan der Sultan of Swing sich gerne reden hört, jedoch kaum Taten sprechen lässt. Dementsprechend ist seine aktuelle Entrüstung vis a vis Netanyahu als gezielt eingesetzte Wahlkampfrhetorik zu werten, die den türkischen Präsidenten als eine Schlüsselfigur über die Grenzen der Türkei hinaus darstellen soll. Mit Gerede wird sich Israel bestimmt nicht von seinen Verbrechen an der Menschlichkeit und seiner Apartheid abbringen lassen.

Verf.R.R.

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