Analyse: Washington hofiert MBS und überschüttet Saudi-Arabien mit Waffen, während der Jemen weiter im Chaos versinkt

ORBISnjus sagt:

Der saudische Thronanwärter und momentane Kronprinz Mohammed Bin Salman (MBS) ist während seines dreiwöchigen Aufenthalts in den Vereinigten Staaten, von diversen hochrangigen US-Amtsträgern hofiert worden, darunter der Verteidigungsminister, James Mattis und der “Oberbefehlshaber”, Donald Trump. Der US-Besuch von MBS bereitete einige erwähnenswerte Momente die es wert sind dokumentiert zu werden.

Fürs erste das 60 Minutes Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CBS, das einem Werbefilm für das wahabitische Königreich glich, indem jegliche kritische Frage von der Interviewerin Norah O’Donnell vermieden wurde. Erwartungsgemäß erhob MBS während des “Interviews” die schwersten Vorwürfe gegen den Erzfeind Saudi-Arabiens und bezichtigte den Iran für die desaströse Lage im Mittleren Osten die alleinige Verantwortung zu tragen. Der Kronzprinz ging sogar so weit zu behaupten, die iranische Revolution 1979 sei der ausschlaggebende indoktrinierende Faktor gewesen, der radikal-extremistische Elemente in seinem Land aktiviert habe, aus denen die gegenwärtige Wahab-Doktrin erwachsen sei.

Ferner stecke Teheran hinter dem elften September und habe mit seiner angeblichen erfolgreichen Rekrutierung von 15 Attentätern saudischer Herkunft, die Intention gehegt ein “Schisma” zwischen den USA und dem Königreich zu kreieren, hieß es. Diesbezüglich warf MBS dem “iranischen Regime” vor,  Al-Qaida-Mitgliedern in den eigenen Staatsgrenzen Unterschlupf zu gewähren, und behauptete der Sohn Osama Bin Ladens, Hamza Bin Laden befinde sich derzeitig im Iran und werde von Teheran unterstützt. Überdies rekapitulierte der saudische Thronanwärter seine dissoziierende Aussage und verglich den religiösen und politischen Anführer des Irans mit Adolf Hitler.

O´Donnell nahm jedwede wahnhafte Äußerung des Kronprinzen kritiklos hin und beließ es bei dieser Art von Befragung die gesamte 60 Minutes Episode über. Die MBS-Version der andauernden saudischen Aggression gegen den benachbarten Jemen, nahm O´Donnell ebenfalls ohne Einwände zur Kenntnis. Die humanitäre Katastrophe am Golf von Aden sei nach Auffassung Bin Salmans ein Ergebnis iranischer Unterwanderung, die dazu geführt habe das die Ansarullah-Bewegung (Houthis) an ballistische Raketen iranischen Ursprungs gelangt seien, mit denen Ziele in Saudi-Arabien unter Beschuss genommen werden.

Am 25.März feuerten die Houthis mehrere ballistische Raketen auf Ziele in Saudi-Arabien ab…
Laut saudischen Behörden ist die ballistische Burkan 2H Mittelstreckenrakete die die Houthis in dem Video oben abfeuerten erfolgreich von Patriot Missiles über Riyadh abgefangen worden…
Aus einem weiteren Video geht hingegen hervor das eine Patriot Missile des US-Luftabwehrsystems ihr Ziel eindeutig verfehlt, und nach dem Abschuss eine 180 Grad Kehrtwende in der Flugkurve fliegt und in einem Wohngebiet landet..

 

Die Blockade sämtlicher Flug und Seehäfen des Landes, sei laut MBS eine notwendige Maßnahme um den angeblichen Schmuggel von den besagten Raketen und Waffen zu unterbinden. Nach den Vereinten Nationen resultierte aus der saudischen-Blockade die größte humanitäre Katastrophe der Neuzeit von der die gesamte Bevölkerung Jemens betroffen ist und an Unterernährung und epidemischen Zuständen vor die Hunde geht. Überdies haben die massiven Luftschläge der saudischen Koalition die gesamte zivile Infrastruktur,medizinische Einrichtungen und Krankenhäuser in Schutt und Asche gelegt. Die in den Jemen getragene saudische Postapokalypse, entfaltete sich mit auswärtiger Unterstützung. Amerikanische und britische Luftaufklärung, die Betankung von Kampfflugzeugen und Lieferungen von Munition und Waffen befähigten das wahabitische Königreich dazu unbehelligt einen im Westen ausgeblendeten Krieg auszutragen.

Der mehrere Ämter bekleidende Bin Salman, darunter das des Verteidigungsministers, traf während seiner US-Visite am 20.März auf seinen “guten Freund” Donald Trump, der während eines bilateralen Treffens der jeweiligen Staatsoberhäupter im Weißen Haus anhand einer Infografik stolz erläuterte das schwere Waffen im Wert von $12,5 Milliarden von den angepeilten $390 Milliarden zeitnah produziert und an das Königreich ausgeliefert werden. Im Mai 2017 besuchte der US-Präsident während seiner ersten Auslandsreise primär seinen wahabitischen Alliierten, mit einem $390 Milliarden schweren Waffenvertrag im Gepäck. Während Donald Trump vor Journalisten im Weißen Haus mittels der Infografik diverse Militärausrüstung und den zugehörigen Preis aufzählte, und der Kronprinz dies amüsiert zur Kenntnis nahm, warf der US-Präsident zwischendurch ein “Dies sind Peanuts für sie!”, woraufhin der Kronprinz Saudi-Arabiens kurz in Gelächter ausbrach.

Ferner merkte der US-Präsident an das durch die massive Aufrüstung Saudi-Arabiens, halt eine Menge Jobs geschaffen werden. Dank des Waffendeals mit dem despotischen Königreich sind die Aktien der größten Rüstungskonzerne der USA in die Höhe geschossen. Da kommen Menschenrechte und humanitäre Belange an zweiter Stelle.

Mohammed Bin Salman traf sich auch mit seinem US-Amtskollegen James Mattis, der erwartungsvoll für den größten Waffenabnehmer der Welt in die Bresche sprang und dem US-Senat mitteilte, das der US-Einfluss auf die Situation im Jemen angeblich erheblich dazu beitrage, das “Kollateralschäden” sprich zivile Opfer reduziert würden.

In Anbetracht der humanitären Tragödie die sich im Jemen vor den Augen der Welt abspielt, fällt es schwer der Aussage vom US-Verteidigungsminister in jeglicher Hinsicht Glauben zu schenken. Der angebliche iranische Einfluss auf die Houthis, muss für jede inhumane Maßnahme gegen die jemenitische Bevölkerung herhalten. Die Ansarullah Bewegung (Houthis) hält dagegen und fügt mit ihren geringfügigen militärischen Mitteln, der “übermächtigen” Saudi-Koalition stetig schwere Verluste hinzu wie aus einer Reihe von Videos hervorgeht. VORSICHT GRAPHISCHES BILDMATERIAL.. (18+!!!)

Nach Kriegsrecht ist es den jeweiligen Parteien in einem Konfliktherd gestattet mit nicht geächteten Kriegsmitteln entsprechend auf Angriffe zu antworten. Das die Ansarullah Bewegung angesichts der massiven Bombardements der saudisch-geführten Koalition zu ähnlichen Maßnahmen greift und Mittelstreckenraketen auf Ziele in Saudi-Arabien niederschlagen lässt, ist militärisch als legitim einzustufen.

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gingen am 26.März zum 3.Jahrestag der saudischen Aggression erneut Hunderttausende Menschen auf die Strassen und forderten ein Ende der Militärintervention des wahabitischen Königreichs. Würde in irgendeinem unter einer Belagerung stehendem Land eine so enorme Menschenmenge gegen die intervenierende Kraft protestieren, und diese Kraft würde Iran, Russland oder Libanon heißen, dann würden wir Zeugen einer westlichen medial getragenen Hysterie werden, die von fortlaufenden Sitzungen im UN-Sicherheitsrat begleitet werden würde. Im Falle des Jemens gelten diese Maßstäbe nicht, denn dort ist für den Westen nichts zu holen.

Verf.R.R.

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